Airbus plant neue Satelliten-Endmontagelinie in Deutschland

Airbus bringt sich in Stellung für das größte deutsche Weltraumprojekt aller Zeiten, die bis zu zehn Milliarden Euro teure Bundeswehr-Konstellation SATCOMBw 4.

Um bei der Auftragsvergabe für die mindestens 100 Satelliten im erdnahen Orbit (Leo) zum Zuge zu kommen, bietet der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern eine Produktion in Deutschland an: „Airbus ist bereit, eine neue Endmontagelinie für Leo-Satelliten in Deutschland aufzubauen“, sagte der Leiter des institutionellen Raumfahrtgeschäfts der Rüstungs- und Raumfahrtsparte von Airbus, Wolfgang Dürr, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagsausgabe).

Dabei wirbt Airbus mit seiner schon heute bestehenden Expertise in der Serienfertigung von Leo-Satelliten, etwa für die Oneweb-Konstellation von Eutelsat. Eine neue Endmontagelinie zur Produktion von weiteren 440 Oneweb-Satelliten soll an diesem Montag in Toulouse ihren Betrieb aufnehmen.

„Zeit ist ein Faktor, und wir können schnell reagieren“, sagte Dürr. Die geplante Überführung des Satellitengeschäfts in ein Gemeinschaftsunternehmen mit den Wettbewerbern Thales aus Frankreich und Leonardo aus Italien soll nichts daran ändern. Unabhängig von diesem Vorhaben „bedienen wir nationale Anforderungen und behalten wir auch in Zukunft starke nationale Säulen bei“, so der Airbus-Manager.

„Unser Angebot für SATCOMBw 4 ist, dass der wesentliche Teil der Wertschöpfung auf Deutschland entfällt“, sagte Dürr weiter. Bei den Satelliten für das SATCOMBw 3-Programm, für deren Bau Airbus vor zwei Jahren den Zuschlag erhalten hat, seien es mehr als zwei Drittel gewesen.

Neben Airbus könnte bei SATCOMBw 4 unter anderem ein Konsortium aus dem Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall und dem Bremer Satellitenbauer OHB zum Zuge kommen. Die Angebotsaufforderung für dieses Großprojekt wird in Kürze erwartet. Airbus beschäftigt aktuell rund 9.000 Mitarbeiter in der Raumfahrt, davon etwa 3.600 in Deutschland. Die lange Zeit kriselnde Rüstungs- und Raumfahrtsparte hat nach Angaben von Finanzvorstand Thomas Toepfer „einen echten Turnaround hingelegt“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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