Wirtschaftsforscher begrüßen Dobrindts Pläne für schnelleren Arbeitsmarktzugang von Asylbewerbern

Führende Wirtschaftsforscher haben die Pläne von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) für einen schnelleren Arbeitsmarktzugang von Asylbewerbern begrüßt. „Aus ökonomischer Sicht weist die Initiative in die richtige Richtung“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe). Deutschland habe ein großes Interesse an Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, und ein erleichterter Einstieg diene diesem Ziel und fördere die Integration.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher nannte den Vorstoß des Ministers „klug und längst überfällig“. Er erwarte spürbare Impulse für die Wirtschaft, da Deutschland ein „riesiges Arbeitskräfteproblem“ habe, von dessen Lösung vor allem kleine und mittlere Unternehmen profitieren könnten. Allerdings warnte Fratzscher: „Der schnellere Zugang zum Arbeitsmarkt sollte nur ein Element von vielen sein.“ Er forderte mehr Investitionen in Qualifizierung sowie langfristige Bleibeperspektiven, um Anreize für Investitionen in Ausbildung zu schaffen.

Zurückhaltender äußerte sich Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration. Zwar sei die mit der Maßnahme verbundene Entlastung der Sozialkassen „gut nachvollziehbar“. Doch dürften die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gering sein, da Arbeitgeber frei wählen könnten, wen sie einstellen, sagte Kluth dem „Handelsblatt“. Er kritisierte zudem geplante Kürzungen bei Integrationskursen durch das Innenministerium. „Dadurch werden sich die Belastungen der Sozialkassen tendenziell erhöhen“, sagte der Migrationsforscher.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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