SoVD kritisiert Reform der privaten Altersvorsorge und fordert Stärkung der gesetzlichen Rente

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat den von der schwarz-roten Koalition an diesem Donnerstag in den Bundestag eingebrachten Gesetzentwurf zur Reform der privaten Altersvorsorge kritisiert und fordert, stattdessen die gesetzliche Rente zu stärken.

„Der letzte Versuch staatlich gelenkter privater Rentenvorsorge ist kläglich gescheitert“, sagte SoVD-Vorsitzende Michaela Engelmeier der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe). „Die Riester-Rente hat dieses Ziel nie erfüllt, gerade einmal ein Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sorgt zusätzlich privat vor. Riester hat vor allem den Versicherungskonzernen genützt.“

Der SoVD plädiert dafür, auch in Zukunft auf die gesetzliche Rente zu setzen. Die Ergebnisse der von der Koalition eingesetzten Rentenkommission, die für Mitte des Jahres erwartet werden, gelte es abzuwarten.

Das vorgeschlagene Produkt der privaten Vorsorge sei zwar einfacher, transparenter und kostengünstiger als „Riester“. Der Kostendeckel für den Verwaltungsaufwand sei allerdings mit 1,5 Prozent viel zu hoch. „Bei der privaten Altersvorsorge wird der Blick gerne nach Schweden gerichtet. Dort ist der schwedische Staatsfonds mit Verwaltungskosten von nur rund 0,1 Prozent deutlich kostengünstiger“, erklärte sie.

Auch mit der Reform bleibe das Grundproblem erhalten. „Wer keinen Euro zum Sparen übrig hat, wird trotz Förderung nicht zusätzlich vorsorgen können. Darum brauchen wir eine starke gesetzliche Rente“, sagte Engelmeier.

Die Riester-Abschlüsse waren zuletzt rückläufig, weshalb die Bundesregierung die private Vorsorge mit dem Gesetz wieder attraktiver machen will.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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