Tui-Chef Ebel weist Vorwürfe zurück: Kein Druck auf Regierung vor Iran-Konflikt

Der Vorstandsvorsitzende des Reisekonzerns Tui, Sebastian Ebel, hat betont, dass die Reiseveranstalter keinen Druck auf die Bundesregierung ausgeübt haben, die Golfregion im Vorfeld des Iran-Konflikts als sichere Reiseregion darzustellen. „Das würden wir uns nie anmaßen“, sagte Ebel dem Nachrichtensender „Welt“. „Das ist die Verantwortung des Auswärtigen Amtes. Da nehmen wir gar keinen Einfluss drauf. Und wenn das gesagt wird, dann ist das böswillig.“

Auch einen fahrlässigen Umgang mit der angespannten Sicherheitslage in der Golfregion kann Ebel nicht erkennen: „Es gibt ja offizielle Stellen, die Reisewarnungen aussprechen. Das ist nicht passiert. Und die gesamte Intelligenz, die wir hatten, hat auch eine solche Reaktion gar nicht vermuten lassen. Die Entfernung von Teheran nach Dubai sind, glaube ich, 700, 800 Kilometer. Das Gebiet wurde vom Auswärtigen Amt als sicher eingeschätzt, und dem sind wir gefolgt.“

Dass Außenminister Johann Wadephul klargemacht hat, dass die Verantwortung für die Rückholung von Touristen bei den Reiseveranstaltern liegt und nicht bei der Regierung, ist für Ebel nur Ausdruck einer Selbstverständlichkeit: „Es ist unsere Verantwortung, die Pauschalreisegäste, die mit der Tui gebucht haben, wieder nach Hause zu bringen. Da brauchen wir auch keine Belehrung dafür. Das tun wir. Im Rahmen der Möglichkeiten, die wir haben, da sind wir auch sehr, sehr gut vernetzt mit den Regierungen vor Ort.“

Grundsätzlich befürchtet Ebel eine Delle bei den Urlaubsbuchungen für die Golfregion. „Selbst wenn sich dieser Konflikt kurzfristig befriedet, was wir ja alle hoffen, dann wird das schon einige Monate dauern, bis sich das wieder normalisiert. Was wir sehen, ist, dass die Kunden sehr dynamisch sich dann für andere Destinationen entscheiden.“ Man sehe etwa in den letzten drei Tagen einen „sehr starken Shift in die Karibik“, so Ebel.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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