Dax startet mit Verlusten in die Woche – Analyst warnt vor anhaltender Volatilität durch Nahost-Konflikt und hohe Energiepreise

Zum Wochenstart hat der Dax Verluste gemacht. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 24.417 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

„Vor dem Hintergrund der weiter unsicheren Lage in Nahost und der steigenden Energiepreise hielten sich die Verluste im Dax heute in Grenzen“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Nach jeder Menge Hoffnung noch am Freitagnachmittag ist über das Wochenende die Verunsicherung an die Börse zurückgekehrt. Je länger sich die Ölpreise auf dem hohen Niveau halten, desto größer werden die Auswirkungen auf die Teuerungsrate und das Konsumverhalten. Dabei kommt es nicht darauf an, ob ein Barrel Öl über oder unter 100 US-Dollar kostet, als vielmehr auf den Trend und die Verweildauer des Preises auf dem erhöhten Niveau.“

„Die USA haben über das Wochenende ein Schiff gekapert, das einen iranischen Hafen verlassen hatte, woraufhin der Iran weitere Verhandlungen mit den USA zunächst einmal auf Eis gelegt hat. Mit jedem weiteren Abbruch der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien schwindet die Motivation für neue Ansätze und mit ihr auch die Motivation der Anleger für Aktienkäufe. Die Waffenruhe ist de facto nur auf dem Papier vorhanden und die vielen kleinen Brandherde in der Region und dem Iran lassen sich kaum vollständig kontrollieren und löschen.“

Die Situation bleibe somit verworren und kaum berechenbar. Doch die langfristigen wirtschaftlichen Folgen des Krieges seien schon jetzt spürbar. Allein die zerstörte Infrastruktur benötige Jahre, um wiederhergestellt werden zu können. „Die steigenden Energiekosten dürften sich in den kommenden Monaten insbesondere bei den Lebensmittelpreisen bemerkbar machen. Durch Zweit- und Drittrundeneffekte kann dies über höhere Löhne und Gehälter zu einer steigenden Inflation führen. Da benötigen Investoren heute schon eine gehörige Portion Optimismus, um den Kauf von Aktien europäischer Unternehmen rechtfertigen zu können.“

„Die kommenden Wochen dürften volatil bleiben und viele Überraschungen parat halten. In Kombination mit der laufenden Berichtssaison kann schnell eine explosive Mischung für die Finanzmärkte entstehen. Im Dax gehörte heute die Commerzbank zu den wenigen Gewinnern, nachdem sich das Übernahmethema durch die Unicredit erneut aufgetan hat. Das italienische Bankhaus hat nachgelegt und weitere Details zur geplanten Übernahme der Commerzbank bekannt gegeben“, so Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1789 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8482 Euro zu haben.

Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.803 US-Dollar gezahlt (-0,6 Prozent). Das entspricht einem Preis von 130,99 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 95,25 US-Dollar, das waren 5,4 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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