Bausparkassen bezeichnen Klingbeils Pläne für staatliche Wohnungsbaugesellschaft als „Luftschloss“

Die deutschen Bausparkassen kritisieren die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für eine staatliche „Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau“ scharf. Führende Branchenvertreter bezeichneten das Vorhaben im „Handelsblatt“ als realitätsfern und warnten vor falschen Erwartungen bei Bürgern und Familien.

„Ich sehe den Plan für eine staatliche Baugesellschaft sehr skeptisch“, sagte Stefan Siebert, Vorstandschef der LBS Süd und Vorsitzender der jährlichen Branchenveranstaltung LBS-Bausparkassenkonferenz. Bereits heute gebe es zahlreiche kommunale Wohnungsunternehmen. „Was soll da eine bundesweite Einrichtung zusätzlich bringen?“, fragte Siebert. Junge Familien könnten fälschlicherweise glauben, der Staat werde künftig für ausreichend bezahlbaren Wohnraum sorgen. Das sei aber „illusorisch“.

Klingbeil hatte im April vorgeschlagen, eine bundeseigene Gesellschaft als Entwickler und Kreditgeber für Wohnungsprojekte aufzubauen. Die Bausparkassen bezweifeln jedoch die finanzielle Tragfähigkeit. Für spürbare Effekte am Wohnungsmarkt müsste der Bund nach Einschätzung Sieberts enorme Mittel bereitstellen. Die Pläne seien daher eher „ein politisches Luftschloss“. Stattdessen müsse die Politik private Investitionen und den Wohnungsbau erleichtern.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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