WZB-Präsidentin Fuchs-Schündeln: Beim Elterngeld nicht sparen, sondern reformieren – längere Vätermonate gefordert

Die Ökonomin Nicola Fuchs-Schündeln warnt vor weiteren Kürzungen beim Elterngeld und plädiert stattdessen für eine Reform mit längeren Vätermonaten.

„Wir sollten nicht darüber nachdenken, wie wir beim Elterngeld sparen können, sondern wie wir es reformieren können“, sagte die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) dem „Handelsblatt“. Hintergrund sind die Sparvorgaben für den Haushalt 2027 für Bundesfamilienministerin Karin Prien. 500 Millionen Euro muss die CDU-Politikerin in ihrem Etat einsparen, den Großteil soll eine Reform des Elterngelds leisten.

Die Politik solle mehr Anreize setzen, „die es Müttern ermöglichen, Kinder zu bekommen und gleichzeitig erwerbstätig zu sein“, sagte Fuchs-Schündeln. Die Geburtenzahl sei auf einem Rekordtief, zugleich werde durch den Renteneintritt der Babyboomer in den kommenden Jahrzehnten Arbeitskräftemangel herrschen.

Konkret schlägt die WZB-Präsidentin vor, die Vätermonate auszuweiten und reine Müttermonate zu reduzieren. Für maximal sieben individuelle Elterngeldmonate solle jedes Elternteil 80 Prozent des Nettoeinkommens ersetzt bekommen. Nehme ein Elternteil mehr Monate, solle der Einkommensersatz auf 50 Prozent sinken. „Das würde den Anreiz erhöhen, dass Paare sich die Betreuung des Kindes während des Elterngeldbezugs paritätisch aufteilen“, sagte Fuchs-Schündeln.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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