Der Verband der Landesarchäologien in der Bundesrepublik Deutschland hat die prekäre Lage der staatlichen Bodendenkmalpflege beklagt. In einem am Freitag veröffentlichten Statement warnt der Verband vor einem zunehmenden politischen Druck auf die lang etablierten Strukturen, der überwiegend mit Sparzwängen und Bürokratieabbau begründet werde.
Besonders kritisch sehen die Fachleute die Infragestellung der bewährten Anbindung von archäologischen Landesmuseen an die Landesarchäologien in vielen Bundesländern.
Die Denkmalpflege sei eine hoheitliche Aufgabe der Länder, in einigen sogar verfassungsrechtlich verankert. Obwohl sich die Gesetze von Bundesland zu Bundesland unterschieden, biete sich länderübergreifend ein besorgniserregendes Bild.
Dem stehe ein enormes öffentliches Interesse gegenüber: 88 Prozent der Bevölkerung schätzten Archäologie in Umfragen als wichtig bis sehr wichtig ein. Archäologische Funde, Bodendenkmale und Museen seien zentrale Bezugspunkte regionaler Identitätsbildung und als touristische Attraktionen ein erheblicher Wirtschaftsfaktor.
Der Verband ruft die politischen Entscheidungsträger dazu auf, den gesellschaftlichen Wert der Archäologie zu erkennen und zu würdigen.
Die Zerschlagung funktionierender Strukturen gefährde nicht nur den Schutz von Bodendenkmalen und die exzellente deutsche Forschung, sondern auch die Archäologie als Wirtschaftsfaktor. Die Landesarchäologien leisteten zudem bei Großbauvorhaben einen wirtschaftsrelevanten Beitrag zur Planungssicherheit und lieferten mit ihren Forschungen grundlegende Erkenntnisse zur Menschheitsgeschichte.
Foto: via dts Nachrichtenagentur

