Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze: Lockerung der Schuldenbremse nur nach echten Sparvorschlägen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) fordert von der schwarz-roten Koalition in Berlin verstärkte Sparanstrengungen. Man könne nicht über Steuererhöhungen oder neue Schulden debattieren, ohne die Debatte über Einsparungen zu berücksichtigen, sagte Schulze der „Welt am Sonntag“. Er sehe in erster Linie Bundesfinanzminister und SPD-Co-Chef Lars Klingbeil in der Pflicht, auch in seiner Partei endlich ernsthaft die Diskussion zu führen, was sich der Staat noch leisten könne. Darüber müsse die SPD intern sprechen, so wie man in der Union über Themen wie eine Lockerung der Schuldenbremse sprechen müsse, wenn vorher echte Sparvorschläge auf dem Tisch lägen.

Schulze kündigte an, dass die Länder keine weiteren finanziellen Belastungen mehr übernehmen könnten, die sich aus Entscheidungen des Bundes ergäben. „Und weil – mit wenigen Ausnahmen – nahezu alle Bundesländer sowie ihre Landkreise, Städte und Gemeinden finanziell unter massivem Druck stehen, ist doch klar: Wir können als Länder keine vom Bund beschlossenen Reformen mehr mittragen und mitfinanzieren, die uns dann mehrere Millionen extra kosten.“

Mit Blick auf die Rentenreform forderte der Ministerpräsident, die besondere Situation der Ostdeutschen zu berücksichtigen. In Ostdeutschland verfügten 80 Prozent der Menschen ausschließlich über die staatliche Rente zur Altersvorsorge. Das werde sich in den nächsten Jahren auch nicht ändern lassen. Er sei kein Rentenexperte, werde aber sehr genau darauf achten, dass die Interessen der Ostdeutschen im Zuge der Rentenreform gewahrt würden. Dem Bundeskanzleramt könne er nur empfehlen, die Ministerpräsidenten einzubinden. Es werde nur eine mehrheitsfähige Rentenreform geben, wenn die Bundesländer, gerade die im Osten, eng eingebunden würden.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Kommunale Schulden in Sachsen-Anhalt steigen um 7,6 Prozent

    Die kommunalen Kernhaushalte in Sachsen-Anhalt haben am Ende des ersten Quartals 2026 Schulden in Höhe von 3,845 Milliarden Euro ausgewiesen. Das teilte das Statistische Landesamt am Dienstag mit. Gegenüber dem…

    Waldbrandgefahrenstufe 5 droht für Dessau-Roßlau

    Die Stadt Dessau-Roßlau hat vor einer drohenden Waldbrandgefahrenstufe 5 gewarnt. Wie das Amt für Katastrophenschutz am Dienstagmitteilte, könnte die höchste Warnstufe bereits am Freitag, dem 17. Juli, für das Stadtgebiet…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert