EVP-Chef Weber fordert schnelle EU-Einigung auf Abschiebezentren außerhalb der EU-Grenzen

EVP-Chef Manfred Weber (CSU) dringt auf einen schnellen Beschluss über Abschiebezentren außerhalb der EU-Grenzen und die Verschärfung weiterer Asylregeln. Er dulde keine weiteren Verzögerungen mehr, sagte Weber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es gehe um den letzten Baustein der Migrationswende in Europa. Die angestrebte Verordnung sei sofort verbindliches Recht, es brauche keine nationale Umsetzung. „Wir müssen jetzt durchgreifen.“

Am Montag kommen Unterhändler der europäischen Institutionen in Brüssel zusammen, um letzte Hand an das geplante Gesetzespaket zu legen. Das war bei Verhandlungen in der vergangenen Woche zunächst noch nicht gelungen. Zwar hieß es ehedem, alle noch offenen Fragen seien ausführlich erörtert und vorläufig vereinbart worden. Meinungsverschiedenheiten gab es aber noch bei der Frage, wann die neuen Regelungen in Kraft treten sollen. Einige Länder verlangten mehr Zeit für die Umsetzung.

Weber sagte, leider habe es unter den Mitgliedstaaten Debatten darüber gegeben, ob die Anwendung dieser Verordnung um zwei Jahre verzögert werden sollte. Er habe da im Parlament sein Veto eingelegt. Er wolle, dass die neuen Regeln bereits in diesem Sommer greifen. „Im kommenden Jahr finden in Frankreich und Polen wichtige Wahlen statt. Wir brauchen jetzt Ergebnisse bei der Abschiebung.“ Bisher gebe es in der EU nur 20 Prozent Vollzug bei der Abschiebung ausreisepflichtiger Personen. „Wir müssen dafür sorgen, dass diejenigen, die nicht legal hier sind, Europa wieder verlassen.“

In die Zentren sollen abgelehnte Asylbewerber gebracht werden, die nicht in ihre Heimat abgeschoben werden können. Überdies sind neue Mitwirkungspflichten von Asylbewerbern bei ihrer Abschiebung geplant. Bei Fluchtgefahr oder der Gefährdung der Sicherheit soll Abschiebehaft von bis zu zwei Jahren oder mehr möglich werden. Im vergangenen März waren EVP-Chef Weber und seine Fraktion im Europaparlament heftiger Kritik ausgesetzt, als bekannt wurde, dass sich EVP-Abgeordnete bei der Vorbereitung der Reform eng mit Parlamentariern vom äußeren rechten Rand abgestimmt hatten.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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