Neue Zahlen des Steuerzahlerbundes: Viele Bundesländer bearbeiteten Steuererklärungen 2025 langsamer als im Vorjahr

Die Bearbeitung der Steuererklärungen in Deutschland hat im Jahr 2025 länger gedauert als noch im Vorjahr. Das geht aus einer Auswertung des Bundes der Steuerzahler für das Steuerjahr 2024 hervor, über die der „Focus“ berichtet.

Jedes Jahr fragt der Verband in den 16 Landesfinanzministerien an, wie lange die Bearbeitung im Durchschnitt dauert. Demnach haben zwar sechs Bundesländer im Jahr 2025 schneller gearbeitet als im Vorjahr, die anderen Bundesländer konnten sich nicht verbessern oder sind langsamer geworden – zwischen einem Tag und sechs Tagen. Für Nordrhein-Westfalen gibt es keine konkrete Auswertung: Die Finanzverwaltung des Landes gab lediglich eine Spanne von zwei Wochen bis sechs Monaten an.

Am schnellsten waren die Ämter in Hessen – das Land ist mit 41,1 Tagen Spitzenreiter. Berlin landet auf Platz zwei mit 41,5 Tagen. Sachsen und Bayern teilen sich Platz drei: 42 Tage. Am langsamsten waren das Saarland (51,4 Tage) und der Stadtstaat Bremen (56,15 Tage).

Die Bundesgeschäftsführerin des Steuerzahlerbundes, Daniela Karbe-Geßler, forderte die Länder mit Blick auf die Zahlen zu Verbesserungen auf. Es dürfe nicht vom Wohnort abhängen, wann Bürger und Betriebe ihren Steuerbescheid erhalten und möglicherweise sogar Geld zurückbekommen, sagte sie dem „Focus“.

Wenn man sich die Daten getrennt nach Arbeitnehmern und sonstigen Personen anschaut, werden Unterschiede deutlich: Bei Steuererklärungen von Arbeitnehmern waren Berlin und Sachsen am schnellsten und bearbeiteten diese sogar in unter 40 Tagen. Bei Selbstständigen, Freiberuflern oder Unternehmern landete kein Land bei unter 40 Tagen.

Gleichwohl setzt sich die Automatisierung fort: Der Anteil der vollständig automatisiert bearbeiteten Steuererklärungen wuchs 2025 weiter. Die Quote beträgt im Durchschnitt fast 23 Prozent, 2024 lag die Zahl bei knapp 22 Prozent.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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