Pflege-Debatte: SPD warnt Union vor Belastung von Angehörigen und Erben

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, hat Forderungen aus der Unionsfraktion für eine stärkere Heranziehung gutverdienender Angehöriger für die Pflege-Finanzierung zurückgewiesen.

„Pflege ist ein allgemeines Lebensrisiko und keine private Verantwortung einzelner Familien“, sagte Pantazis der „Rheinischen Post“. „Wer die Debatte vor allem über Vermögenszugriffe, Erbschaften und eine stärkere Heranziehung von Angehörigen führt, greift aus meiner Sicht zu kurz.“

Denn wer sein Leben lang Rücklagen bilde, solle nicht befürchten müssen, dass diese im Pflegefall schrittweise zur Ersatzfinanzierung struktureller Defizite herangezogen würden, so der SPD-Politiker. „Wir brauchen eine solidarische und nachhaltige Pflegereform, die soziale Sicherheit gewährleistet und nicht neue Abstiegsängste erzeugt“, sagte Pantazis.

Zuletzt hatte Unionsfraktionsvize Albert Stegemann (CDU) vorgeschlagen, erwachsene Kinder künftig früher an den Kosten für die Pflege ihrer Eltern zu beteiligen. Auch hatte Stegemann gefordert, dass zur Finanzierung der Pflege auch Wohneigentum herangezogen werden sollte.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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