Boeing-Chef Ortberg: Konzern auf Erholungskurs nach 737-Max-Krise

Der Chef des Flugzeugherstellers Boeing, Kelly Ortberg, sieht den Luftfahrtkonzern nach schweren Jahren auf Erholungskurs. „Ich denke, wir kriegen die Kurve“, sagte Ortberg der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe). 2025 sei ein gutes Jahr bei den Neuaufträgen gewesen. „Der Schlüssel für eine gute finanzielle Entwicklung ist aber, dass wir wieder zu höheren Produktionsraten kommen.“

Dabei gehe es aber nicht darum, schnell mit Auslieferungen am europäischen Rivalen Airbus vorbeizuziehen. „Ich sehe das Überholen von Airbus im Moment nicht als unser eigentliches Ziel an. Wichtiger ist, dass wir uns auf unsere eigene Leistung konzentrieren“, sagte Ortberg der FAZ. Die gedeckelte 737-Max-Fertigung solle nicht bloß von 42 auf 47, sondern auf 52 Flugzeuge je Monat erhöht werden. Das werde „vielleicht zum Jahresende“ erreicht. Der exakte Zeitpunkt sei nicht entscheidend. „Essenziell sind die Stabilität der Fertigung und eine hohe Qualität beim Bau der Flugzeuge“, sagte Ortberg. Boeing war unter seinen Vorgängern durch diverse Qualitätsprobleme in Bedrängnis geraten.

Ortberg bekräftigte, nicht nur für weitere 737-Max-Varianten, sondern auch für eine neue Version des Langstreckenflugzeugs 777X, mit dem die Deutsche Lufthansa als Erstkunde nach langer Verzögerung für 2027 plant, eine zügige Zertifizierung anzustreben. Die Zulassung werde erst nach der 737 Max 7 erfolgen. „Aber wir erwarten sie noch bis zum Ende dieses Jahres, was dann Auslieferungen im nächsten Jahr ermöglicht“, sagte Ortberg.

Von einem komplett neu entwickelten Passagierflugzeug sei Boeing indes „noch ein paar Jahre entfernt“. Boeing stehe finanziell noch nicht so da, um ein neues Flugzeugprogramm stemmen zu können. Zudem sei der Markt noch nicht bereit für ein neues Flugzeug, Airlines fragten die bestehenden Typen stark nach. Boeing habe 6.200 Bestellungen abzuarbeiten. „Wir sind bis zum Ende des Jahrzehnts ausverkauft“, so Ortberg. Zudem müsse neue Technologie noch reifen, um Anreize für Bestellungen zu schaffen. „Airlines wollen noch nicht zu einer neuen Technologie springen“, sagte er.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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