SPD-Politiker Stegner: Schröders Putin-Treffen ist Chance für Vermittlung im Ukraine-Krieg

Während die Bundesregierung mit größtmöglicher Zurückhaltung auf das Gespräch zwischen Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau reagiert, hat der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner lobende Worte für das Treffen gefunden.

„Egal, was man von Gerhard Schröder hält, muss doch jeder anerkennen: Es ist eher eine Chance als ein Risiko, wenn der frühere Bundeskanzler Schröder mit Präsident Putin redet“, sagte Stegner dem „Tagesspiegel“. Er fragte, was ein solches Vier-Augen-Gespräch schaden solle. Ob es am Ende nützen werde, lasse sich heute kaum abschätzen.

In der „teils großen Erregung über Schröder“ müsse man unterscheiden, sagte der Ex-SPD-Vize. Ein Verhandlungsführer für den Westen könne Schröder nicht sein. „Aber natürlich kann er ein Vermittler zu Putin sein.“ Schröder sei kein aktiver Politiker mehr, er entscheide damit auch nichts.

„Wer in Deutschland hat denn noch Zugänge zu Putin?“, fragte Stegner. Man könne froh sein, dass der Draht zwischen Schröder und Putin noch funktioniere. Er sei sicher: Schröder sei nicht im Kreml gewesen, um Putin zu „diesem schrecklichen Krieg zu gratulieren“ oder ihn zu „umschmeicheln“. Putin habe bisher kein Kriegsziel erreicht, und er müsse diesen Krieg beenden.

„Die Empörung der üblichen Verdächtigen über Schröder“ bringe keinen Schritt weiter und helfe auch der Ukraine nicht, sagte Stegner. Es bringe auch nichts, Putin an der Kreml-Mauer zuzurufen, er sei ein Diktator. Stattdessen solle man sich über „jeden, wirklich jeden Versuch freuen“, wenn ein „Elder Statesman wie Schröder“ auf Putin einwirke.

Die Bundesregierung wollte das Treffen zwischen Schröder und Putin auf „Tagesspiegel“-Anfrage nicht kommentieren. Das Auswärtige Amt teilte dem „Tagesspiegel“ auf Nachfrage mit, man sei in die Unterredung zwischen Schröder und Putin nicht eingebunden gewesen. Das Büro Schröders reagierte auf eine „Tagesspiegel“-Anfrage am Samstag zunächst nicht.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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