Die Behörden warnen vor einer zunehmenden Radikalisierung in verschiedenen extremistischen Milieus sowie vor anhaltenden Gefahren durch ausländische Nachrichtendienste und Cyberangriffe. Das teilten das sächsische Innenministerium und das Landesamt für Verfassungsschutz am Dienstag bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2025 mit.
Nach Angaben von Innenminister Armin Schuster (CDU) beeinflussen internationale Krisen und Konflikte die Entwicklung aller beobachteten Phänomenbereiche.
Im Bereich des Rechtsextremismus sehen die Sicherheitsbehörden eine stärkere Verbreitung extremistischer Positionen bis in die Mitte der Gesellschaft. Zudem werde eine zunehmende Verjüngung der Szene beobachtet.
Vor diesem Hintergrund regte Schuster eine Diskussion darüber an, ob der Verfassungsschutz künftig bereits Daten von Kindern ab zwölf Jahren erfassen sollte.
Im Linksextremismus stellen die Behörden eine wachsende Spaltung zwischen dogmatischen und autonomen Gruppen fest, insbesondere mit Blick auf den Nahostkonflikt. Zugleich bleibe die militante Szene trotz behördlicher Maßnahmen aktiv.
Im Bereich des Islamismus warnte Schuster vor einer weiterhin bestehenden Gefährdungslage, insbesondere für jüdische Einrichtungen. Zudem sieht der Verfassungsschutz Sachsen verstärkte Risiken durch russische und chinesische Nachrichtendienste.
Kritische Infrastruktur und Zukunftstechnologien wie die Halbleiterindustrie stünden dabei besonders im Fokus ausländischer Akteure.
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