Antimuslimische Vorfälle in Deutschland erreichen neuen Höchststand

Die Zahl antimuslimischer Vorfälle in Deutschland hat im vergangenen Jahr nach Angaben der vom Familienministerium geförderten Allianz Claim erneut einen neuen Höchststand erreicht.

Insgesamt seien 4.096 Übergriffe und Diskriminierungen dokumentiert worden, teilte die Organisation am Mittwoch in Berlin mit. Das ist ein weiterer Anstieg gegenüber 2024 (3.080 Vorfälle). „Das bedeutet: Mehr als elfmal am Tag erfahren Menschen in Deutschland antimuslimische verbale Angriffe, Diskriminierung bis hin zu schweren körperlichen Angriffen“, sagte Rima Hanano, Co-Geschäftsführerin von Claim.

Grundsätzlich zeige das auch, dass das Netzwerk immer mehr Menschen erreiche. Regionale Schwerpunkte können bei den Fallzahlen aber nicht ausgemacht werden. „Wir können keine fundierten Aussagen zu regionalen Verteilungen geben“, sagte Hanano der dts Nachrichtenagentur. Man stehe grundsätzlich noch am Anfang mit der Dokumentation und Erfassung. „Das ist unser viertes Lagebild. Wir sind finanziell auch gar nicht entsprechend ausgestattet, um überhaupt in allen Bundesländern regional wirklich gut zu erleben und da Aussagen zu treffen“, so die Claim-Geschäftsführerin. „Und deswegen können wir nur auf das Gesamtbild schauen, und das ist aus unserer Sicht schon sehr ernst.“

Insgesamt zeigten die Zahlen, dass Rassismus in Deutschland sich auf einem enorm hohen Niveau bewege, sagte Hanano weiter. „Wir sehen in unseren Zahlen, dass sich die Lage für muslimische Menschen und Menschen, die so wahrgenommen werden, nicht verbessert hat.“ Gleichzeitig erkenne ein großer Teil der Bevölkerung an, dass es Rassismus gebe. „Was uns aber insgesamt fehlt, ist, dieses Thema, und vor allem auch antimuslimischen Rassismus, mit der notwendigen Ernsthaftigkeit anzusehen.“ Die Politik müsse das Thema „mit der notwendigen Ernsthaftigkeit behandeln“, forderte Hanano. Dann würde das Vertrauen der Menschen auch wieder wachsen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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