Ex-Gesundheitsminister Lauterbach: Hitze wird als Gesundheitsproblem unterschätzt – Tausende Tote vermeidbar

Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt angesichts zunehmender Hitzewellen vor einer anhaltenden Unterschätzung der Gesundheitsrisiken.

Hitze werde nicht wahrgenommen als das, was sie sei: ein richtig großes Gesundheitsproblem, sagte Lauterbach am Montag den Sendern RTL und ntv. Viele Menschen glaubten, es handele sich lediglich um einen etwas stärkeren Sommer, einen etwas verlängerten Sommer. Tatsächlich aber stürben in jeder Hitzewelle in Europa ein paar Tausend Menschen. Diese Todesfälle seien vielfach vermeidbar.

Mit Blick auf den Klimawandel warnte Lauterbach: „Wir sind ja erst am Anfang.“ Europa erwärme sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt, kein Kontinent werde „mehr mit dem Klimawandel kämpfen müssen als Europa“. Es seien bereits viele von ihm als Gesundheitsminister angestoßene Maßnahmen des Hitzeschutzplans umgesetzt worden. Allerdings müsse der eingeschlagene Weg konsequent fortgesetzt werden. „Man muss Geld in die Hand nehmen“, sagte Lauterbach. Den Kommunen fehlten derzeit häufig die finanziellen Mittel, um notwendige Investitionen umzusetzen. Deshalb sei es gut, dass Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigt hatte, Kommunen bei neuen finanziellen Belastungen stärker zu unterstützen.

Lauterbach sprach sich zudem für mehr Klimaanpassung in den Städten aus. „Wir müssen die Städte grüner machen, den Beton aufbrechen, mehr Bäume pflanzen. Das würde sehr viel bringen“, sagte er. Den Hitzeschutzplan selbst wollte der SPD-Politiker nicht kritisieren. Dessen Maßnahmen seien wichtig und könnten bei konsequenter Umsetzung Leben retten. Dann würden ein paar Hundert Menschen weniger sterben in Deutschland in so einer Hitzewelle. Das sei keine Kleinigkeit.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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