Forsa-Umfrage: 61 Prozent der Deutschen kritisieren Rentenreform-Vorschläge als unausgewogen

Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission hat ein umfassendes Paket mit 33 Vorschlägen zur Rentenreform vorgelegt. Dazu gehören unter anderem die Abschaffung der Frühverrentung mit 63 Jahren und von Minijobs, die Ausweitung der Beitragszahler sowie eine langsamere Steigerung. Außerdem schlagen die Experten die Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzrente vor.

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von „Stern“ und RTL halten nur 35 Prozent der Deutschen diese Vorschläge für ausgewogen, 61 Prozent haben dagegen nicht diesen Eindruck. Vier Prozent antworteten mit „weiß nicht“. Die Rentenreform würde viele Millionen Menschen in Deutschland betreffen. Umstritten ist vor allem die weitgehende Abschaffung der Minijobs, also der geringfügig entlohnten Beschäftigung, für die Arbeitnehmer keine Sozialabgaben zahlen. Derzeit ist der Verdienst auf 603 Euro pro Monat begrenzt, rund 6,8 Millionen geringfügig Beschäftigte sind aktuell bei der Minijob-Zentrale gemeldet. Über 60 Prozent davon sind Frauen.

Ebenfalls kontrovers diskutiert wird die Abschaffung der Frührente mit 63 nach 45 Berufsjahren ohne Abschläge. Denn davon profitierten vorwiegend männliche Besserverdiener mit lückenloser Berufsbiografie – und nicht die viel zitierten Malocher, argumentieren Befürworter der Reform. Stattdessen soll das reguläre Rentenalter an die Lebenserwartung angepasst werden und daher weiter steigen. Auch die Verbeamtung von Lehrern stellen die Experten infrage. So fordern sie eine Begrenzung der Pensionen und eine stärkere Anpassung an die Entwicklungen der gesetzlichen Rentenversicherung.

Während von den Erwerbstätigen 69 Prozent die Vorschläge für ungerecht halten, meinen das von den Rentnern mit 48 Prozent deutlich weniger. Am häufigsten haben die Anhänger der CDU/CSU (57 Prozent) und die der Grünen (52 Prozent) den Eindruck, dass die Vorschläge der Rentenkommission ihrem selbstformulierten Anspruch gerecht werden, eine verlässliche Absicherung im Alter zu gewährleisten, ohne die Beitragszahler zu überfordern. Von den Anhängern der SPD meint das etwas weniger als die Hälfte (43 Prozent), von den Anhängern der Linken (25 Prozent) und der AfD (13 Prozent) jeweils nur eine deutliche Minderheit.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    US-Börsen legen zu: Dow steigt 0,3 Prozent, S&P 500 und Nasdaq 100 im Plus

    Die US-Börsen haben am Montag zugelegt. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 52.362 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,3 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.Wenige…

    Lufthansa-Chef Spohr: Effizienzsteigerung ist Teil des Geschäftsmodells – Sparkurs an Bord bleibt

    Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat den Sparkurs seines Konzerns an Bord verteidigt und deutlich gemacht, dass er nicht enden wird. Über den Test, bei dem die Lufthansa im März auf rund…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert