Grundsicherung 2027: Nullrunde droht – IW kritisiert Konstruktionsfehler bei Regelsatz-Anpassung

Die Grundsicherung in Deutschland steht vor einer weiteren Nullrunde. Wie Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergaben, wird der Regelsatz im Jahr 2027 voraussichtlich nicht steigen. Dies wäre das dritte Jahr in Folge ohne Erhöhung. Der Grund dafür liegt in der Preis- und Lohnentwicklung der Jahre 2025 und 2026, die voraussichtlich zusammen um weniger als fünf Prozent steigen werden.

Seit Januar 2020 sind die Preise für den typischen Warenkorb von Grundsicherungsempfängern um knapp 24 Prozent gestiegen, während der Regelsatz um rund 30 Prozent erhöht wurde. Das IW hält die aktuelle Entwicklung für unproblematisch, da der Regelsatz die Preissteigerungen mehr als ausgeglichen hat. Dennoch könnte es zu öffentlicher Empörung kommen, was das Institut auf politische Entscheidungen zurückführt.

Das IW kritisierte „grundlegende Konstruktionsfehler“ im Anpassungsmechanismus des Regelsatzes. Der Mechanismus orientiert sich an den Preis- und Lohndaten des Vorjahres, was bei stark schwankenden Preisen zu Verzögerungen führt. Eine Anpassung an aktuelle Preisprognosen könnte das Problem lösen und die Kaufkraft der Leistungsbezieher besser schützen, so das Institut.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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