EU-Kommission wirft Meta Verstoß gegen Digital Services Act durch süchtig machendes Design vor

Die Europäische Kommission hat vorläufig festgestellt, dass Meta mit dem süchtig machenden Design von Instagram und Facebook gegen das Gesetz über digitale Dienste verstößt.

Das teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit. Die Untersuchung konzentrierte sich auf Funktionen wie unendliches Scrollen, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und die personalisierten Empfehlungssysteme der Plattformen. Die Kommission bemängelte, dass Meta die Risiken für das körperliche und geistige Wohlbefinden der Nutzer, insbesondere von Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen, nicht ausreichend bewertet habe.

Meta habe bestimmte Designfunktionen, die den Drang der Nutzer zum Weiterkonsumieren von Inhalten verstärkten, nicht berücksichtigt. Dazu gehörten hochgradig personalisierte Empfehlungen, die das Gehirn der Nutzer in einen „Autopilot-Modus“ versetzen könnten, was zu ungesunden Gewohnheiten und zwanghaftem Gebrauch führe. Zudem habe Meta Informationen über die nächtliche Nutzung der Plattformen durch Minderjährige ignoriert, was zu übermäßiger oder zwanghafter Nutzung führen könnte.

Die Kommission kritisierte auch unzureichende Maßnahmen zur Risikominderung. Die Zeitmanagement-Tools von Instagram und Facebook seien leicht zu deaktivieren und führten nicht zu einer sinnvollen Kontrolle der Nutzung. Auch die elterlichen Kontrollen seien nur dann effektiv, wenn Eltern über technisches Fachwissen verfügten. Die Kommission forderte Meta auf, Designänderungen vorzunehmen, um die Risiken zu mindern. Meta hat nun die Möglichkeit, auf die vorläufigen Feststellungen zu reagieren.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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