Straße von Hormus: Reeder warnen vor weiteren Lieferketten-Problemen

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) warnt vor den Folgen weiterer Unsicherheiten um die freie Durchfahrt in der Straße von Hormus für die Weltwirtschaft.

„Die internationale Staatengemeinschaft muss alles daransetzen, die Freiheit der Schifffahrt wiederherzustellen und Handelsschiffe sowie ihre Besatzungen wirksam vor militärischen Auseinandersetzungen zu schützen“, sagte ein VDR-Sprecher der Funke-Mediengruppe. „Freie Schifffahrt ist kein Selbstzweck. Über See werden Energie, Rohstoffe, Lebensmittel, Medikamente und unzählige Güter transportiert, auf die Menschen und Unternehmen weltweit täglich angewiesen sind.“

Deshalb müssten internationale Handelsrouten – ob in der Straße von Hormus, im Roten Meer oder in anderen strategisch wichtigen Seegebieten – jederzeit sicher und frei passierbar bleiben, mahnte der Verband. Nur so blieben Lieferketten stabil, die Energieversorgung gesichert und die Versorgung von Millionen Menschen – auch hier in Deutschland – zuverlässig gewährleistet. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, künftig eine Abgabe für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben.

Der Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und Leiter der Abteilung Makroökonomik am IWH, Oliver Holtemöller, warnte, die Lage im Nahen Osten ändere sich nahezu täglich. Dies führe zu hoher Unsicherheit bezüglich der weltweiten Versorgung mit Öl und Gas und zu stark schwankenden Ölpreisen, sagte Holtemöller der Funke-Mediengruppe. Allein schon diese Unsicherheit habe negative wirtschaftliche Folgen, weil sie insbesondere Investitionsentscheidungen erschwere.

Zu der Ankündigung Trumps sagte der Wirtschaftsforscher: „Wenn die Maut dazu führt, dass tatsächlich eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus dauerhaft gewährleistet wird, muss man den positiven Effekt der Reduktion von Unsicherheit aufgrund der dann sicheren Passage und den negativen Effekt der Mautkosten gegeneinander abwägen.“ Er gehe aber ohnehin davon aus, dass die Lage weiterhin sehr unsicher bleibe und keine schnelle dauerhafte Lösung gefunden werde. Die Märkte müssten sich weltweit auf Preisschwankungen und temporäre Versorgungsengpässe einstellen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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