Linken-Vorsitzende Schwerdtner kritisiert Bundesregierung: Neuer Zivildienst wäre Rollback und verdrängt reguläre Arbeit

Die Vorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, lehnt die Vorbereitungen der Bundesregierung für einen neuen Zivildienst ab.

„Junge Menschen sind kein Lückenbüßer für einen Sozialstaat, den die Bundesregierung über Jahre kaputtgespart hat“, sagte Schwerdtner der Funke-Mediengruppe. Ein verpflichtender Zivildienst drohe, reguläre und tariflich bezahlte Arbeit zu verdrängen. „In der Pflege, den Rettungsdiensten oder sozialen Einrichtungen brauchen wir gut ausgebildete und ordentlich bezahlte Beschäftigte statt staatlich verpflichteter Billigarbeitskräfte.“

Die Bundesregierung trifft nach eigenen Angaben Vorkehrungen für die Einführung eines neuen Zivildienstes für den Fall, dass auch die Wehrpflicht wieder eingeführt werden sollte. „Der Staat sollte jungen Menschen nicht vorschreiben, wie sie ein Jahr ihres Lebens zu verbringen haben“, kritisierte die Linken-Vorsitzende. „Das gilt für die Wehrpflicht, genauso wie für den Zivildienst.“

Schwerdtner forderte: „Statt über neue Zwangsdienste zu diskutieren, sollten wir freiwilliges Engagement endlich attraktiv machen: mit einem gesetzlichen Recht auf einen Freiwilligendienst, einer Bezahlung, von der man leben kann, und einem kostenlosen Nahverkehr für alle Freiwilligen.“ Wer etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt tun wolle, müsse jungen Menschen gute Angebote machen, statt sie zu verpflichten. „Freiwilligkeit statt Zwang wäre das richtige Signal.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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