Sachsen fordert Bundeswirtschaftsministerin zum Handeln bei Gasspeichern auf

Sachsen hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche aufgefordert, angesichts niedriger Gasspeicherstände entschlossen zu handeln. Das teilte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz am Freitag in Dresden mit.

Appelle an die Marktakteure reichten nicht aus, hieß es.

Nach Angaben des europäischen Verbands der Gasinfrastrukturbetreiber waren die deutschen Speicher am 17. August nur zu 50,06 Prozent gefüllt. Im Vorjahr habe der Wert zu diesem Zeitpunkt bei knapp 67 Prozent gelegen, so das Ministerium.

Der Branchenverband FNB-Gas halte das gesetzliche Einspeicherziel zum 1. November nur noch für schwer erreichbar. Die geltende Gasspeicherfüllstandsverordnung sieht zum 1. November grundsätzlich 80 Prozent Füllstand für die meisten Speicher vor, in der Gesamtbetrachtung entspricht das einem Ziel von etwa 70 Prozent.

Sachsens Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter sagte: „Wenn die Speicherstände deutlich hinter dem Vorjahr zurückbleiben, muss der Bund Verantwortung übernehmen und für Klarheit sorgen.“

Versorgungssicherheit dürfe nicht davon abhängen, ob Händler bei hohen Großhandelspreisen ausreichend Gas einkauften. Die Ministerin müsse darlegen, wie sie die Versorgung von Haushalten und Wirtschaft sicherstellen wolle, bevor eine kritische Lage entstehe.

Deutschland dürfe nicht auf einen milden Winter, fallende Preise oder störungsfreie Lieferungen hoffen.

Darüber hinaus fordert Sachsen erneut den Aufbau einer nationalen strategischen Gasreserve. Diese solle zusätzlich zu marktlich beschafften Mengen aufgebaut werden und ausschließlich in klar definierten Krisensituationen zum Einsatz kommen.

Einen entsprechenden Antrag hatte Sachsen bereits in die Energieministerkonferenz eingebracht; er wurde im Mai gemeinsam mit weiteren sächsischen Vorschlägen einstimmig angenommen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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