Studie: Anteil Ostdeutscher in Spitzenpositionen steigt nur langsam

Der Anteil Ostdeutscher in Spitzenpositionen von Unternehmen, der Bundeswehr, der Justiz und anderen Sektoren ist zuletzt leicht gestiegen, liegt aber weiter deutlich unter ihrem Bevölkerungsanteil. Das ergaben Berechnungen eines Forschungsteams der Universitäten Leipzig und Jena sowie der Hochschule Zittau-Görlitz.

Das Team stellte demnach fest, dass der Anteil Ostdeutscher in den Eliten von 2018 bis 2024 leicht von 10,9 auf 12,1 Prozent gestiegen ist, wobei es starke Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Bereichen gibt. Besonders in der öffentlichen Verwaltung und der Wissenschaft war der Anstieg ausgeprägt, während in Wirtschaft, Kultur, Sicherheit und Zivilgesellschaft sogar leichte Rückgänge zu verzeichnen waren. In Politik, Militär, Medien, Religion, Gewerkschaften und Justiz gab es nur minimale Anstiege oder keine Veränderung. Allein in der Politik entspricht der Anteil der Ostdeutschen ihrem Bevölkerungsanteil, jedoch nur, wenn die Elitenpositionen auf Länderebene berücksichtigt werden.

Lars Vogel von der Universität Leipzig sagte, dass die geringe Präsenz Ostdeutscher in Spitzenpositionen nicht allein eine Nachwirkung des Systemwechsels in der DDR sei. „Eine Rolle spielen auch unterschiedliche Karrierewege, regionale Strukturen, Zugänge zu Netzwerken und die Frage, welche Erfahrungen und Lebensläufe bei Auswahlentscheidungen als passend wahrgenommen werden.“

Die „These des nachholenden Aufstiegs“, wonach sich die Unterrepräsentation mit der Zeit von selbst abbaut, werde nur bedingt bestätigt, sagte Politikwissenschaftlerin Astrid Lorenz. Es gebe „formelle und informelle Aufstiegshemmnisse“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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