Der niedersächsische Bezirksvorsitzende der IG Metall, Thorsten Gröger, hat die diskutierten Sparpläne bei Volkswagen und die Kommunikation des Konzernvorstands kritisiert. „Die Zeichen stehen auf Konflikt“, sagte Gröger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Sonntagsausgabe). Es sei „klar, dass man eine Auseinandersetzung provoziert, die wir uns nicht wünschen. Aber auf die wir uns natürlich vorbereiten.“
Die diskutierten Sparpläne seien vom Vorstand gegenüber den Beschäftigten „in großen Teilen ja noch nicht mal konkret bestätigt“, kritisierte Gröger das „Kommunikationsdesaster“ der vergangenen Monate. Er würde dem Vorstand aber empfehlen, „solche Vorhaben nicht weiterzuverfolgen“ und „die Kurve zu kriegen“.
Der Gewerkschaftsvorsitzende sieht die Arbeitnehmervertreter „nicht in der Situation, dass wir irgendetwas anbieten müssen“. Bereits 2024 habe es große Einschnitte für die Belegschaft gegeben. „Als IG Metall sind wir ein verlässlicher Vertragspartner, der sich an geschlossene Verträge hält“, hob Gröger hervor. „Und jetzt erwarten wir, dass die vereinbarten Gegenleistungen kommen“, so der Bezirksvorsitzende weiter. Er nannte beispielhaft vereinbarte Investitionen und eine Zukunftsstrategie für die Standorte.
Bis Jahresende gebe es eine Friedenspflicht, erinnerte Gröger an die anstehenden Tarifverhandlungen: „Im neuen Jahr gäbe es also theoretisch die Möglichkeit, zur Arbeitsniederlegung aufzurufen.“ Was von den Beschäftigten abverlangt werde, stehe „in keinem Verhältnis zu der durchaus problematischen Situation in der Automobilindustrie“, sagte Gröger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Man erkenne, dass „offensichtlich versucht wird, die Gunst der Stunde zu nutzen, um Dinge nachhaltig durchzusetzen und Standards zu senken, die man in besseren Zeiten nicht durchgesetzt hätte.“
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