Studie: Unterhaltungselektronik-Umsatz sinkt weiter, KI treibt neue Trends

Die Gesamtumsätze mit Unterhaltungselektronik wie Fernsehern, Audiogeräten und Digitalkameras sind weiterhin leicht rückläufig. Gleichzeitig sorgt der Fortschritt bei Künstlicher Intelligenz für neue Entwicklungen, etwa bei Filmen und Musik oder bei smarten Kopfhörern und Brillen, wie eine neue Studie des IT-Branchenverbands Bitkom zeigt.

Aktuellen Prognosen des Bitkom zufolge wird der Markt für Unterhaltungselektronik in diesem Jahr um 2,4 Prozent von 7,8 auf 7,6 Milliarden Euro zurückgehen. Nach dem coronabedingten Schub auf ein Volumen von 9,3 Milliarden Euro sinkt der Umsatz damit das sechste Jahr in Folge.

Flat-TVs machen mit 2,81 Milliarden Euro weiterhin den mit Abstand größten Anteil am Markt für Unterhaltungselektronik aus, verzeichnen aber einen Umsatzrückgang um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit Spielekonsolen werden nach einem außergewöhnlich starken Vorjahr voraussichtlich 840 Millionen Euro Umsatz erzielt, neun Prozent weniger als im Vorjahr. Auch der Markt für Audiogeräte ist mit erwarteten 870 Millionen Euro um vier Prozent rückläufig. Auf sonstige Consumer Technology wie Blu-ray- und DVD-Player, Media-Sticks, Set-Top-Boxen oder Wechselobjektive entfallen in diesem Jahr mit voraussichtlich 810 Millionen Euro etwas weniger Umsätze (-0,5 Prozent).

Einzig Audio- und Videozubehör sowie Digitalkameras sind in diesem Jahr leicht im Plus: Die Umsätze mit Audio- und Video-Zubehör werden voraussichtlich 1,71 Milliarden Euro betragen (+1,9 Prozent). Digitalkameras wachsen, nachdem der Trend über viele Jahre eher nach unten zeigte. Sie sind 2026 mit zwei Prozent im Plus, die Umsätze werden voraussichtlich 580 Millionen Euro betragen.

Wie eine Befragung unter rund 1.100 Personen ab 16 Jahren im Rahmen der Studie zeigt, werden weiterhin alle verfügbaren Möglichkeiten, um Videos oder Sendungen zu schauen, genutzt. Nachdem Videostreaming im Vorjahr erstmals leicht vor dem Fernsehen über einen klassischen Anschluss lag, vergrößert sich dieser Abstand etwas. Derzeit schauen noch immer 81 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren zumindest hin und wieder das aktuelle Fernsehprogramm über Kabel, Satellit oder Antenne. Demgegenüber streamen inzwischen 89 Prozent der Deutschen Videos, Sendungen oder Filme über das Internet. Es ist vor allem eine Altersfrage: Ausschließlich bei Menschen ab 65 Jahren liegt das klassische Fernsehen mit 94 Prozent noch vor dem Videostreaming mit 68 Prozent.

Videostreaming darf dabei für eine Mehrheit etwas kosten. 61 Prozent derer, die Videostreaming nutzen, zahlen dafür: 46 Prozent für einmaliges kostenpflichtiges Abrufen von Filmen, und zwar durchschnittlich 12,80 Euro im Monat (2025: 11 Euro). 44 Prozent nutzen kostenpflichtige Videostreaming-Abos und zahlen dafür im Schnitt 18,50 Euro monatlich (2025: 17,50 Euro). Nicht so gut kommen allerdings unter anderem neue Abo-Modelle mit Werbung an: 59 Prozent stört es, mehr zahlen zu müssen, um ohne Werbung schauen zu können. 17 Prozent haben schon einmal „Abo-Hopping“ betrieben, also ein Abo nur für bestimmte Inhalte abgeschlossen und direkt danach wieder gekündigt.

Auch Audiostreaming verzeichnet eine wachsende Beliebtheit. Inzwischen streamen 88 Prozent der Deutschen zumindest ab und zu Audioinhalte. Am beliebtesten sind dabei Video-Plattformen, die 69 Prozent für Audios nutzen, gefolgt von Audiostreaming-Diensten mit 63 Prozent. Noch aber zeigt sich auch das klassische Radio stabil: Mit 91 Prozent liegt das Radiohören über einen klassischen Anschluss noch immer knapp vor dem Audiostreaming.

Auch im Audiobereich bringt KI Veränderungen. 44 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass in zehn Jahren ein Großteil der Musik von KI erzeugt wird. Dabei sehen drei Viertel (75 Prozent) KI als Bedrohung für die klassische Musikindustrie. 58 Prozent sind der Meinung, KI-generierte Musik sollte von den offiziellen Charts ausgeschlossen werden, rund ein Drittel (35 Prozent) findet sogar, dass Audiostreaming-Dienste KI-generierte Musik komplett sperren sollten. Andererseits fänden es 24 Prozent in Ordnung, gewönne KI-generierte Musik bedeutende Preise wie einen Grammy.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Hape Kerkeling als Redner bei SPD-Fraktionsklausur erwartet

    Der Komiker und Entertainer Hape Kerkeling soll bei der zweitägigen Klausur der SPD-Bundestagsfraktion Ende der Woche den Abgeordneten Impulse für die weitere politische Arbeit auch in der Koalition geben. Das…

    Bundesverkehrsministerium fördert autonome Fahrzeuge mit 14 Millionen Euro

    Das Bundesverkehrsministerium will mit einem neuen Förderaufruf bis zu 14 Millionen Euro für die Förderung von Fahrzeugen mit autonomer Fahrfunktion bereitstellen. Das teilte das Ministerium am Montag mit.Gefördert werden demnach…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert