Sachsen hat am Freitag in Dresden ein neues Projekt zur Unterstützung von Kindern inhaftierter Eltern gestartet. Wie das Sächsische Staatsministerium der Justiz mitteilte, entsteht dafür eine landesweite Koordinierungs- und Beratungsstelle mit dem Namen Z.E.B.R.A. Getragen wird sie vom Verein für soziale Rechtspflege Dresden.
Das über drei Jahre von der Auridis Stiftung geförderte Projekt soll bestehende Hilfen für betroffene Familien bündeln, Fachkräfte qualifizieren und die Zusammenarbeit zwischen Justizvollzug und Kinder- und Jugendhilfe verbessern.
Zunächst sind Dresden, Bautzen und Waldheim Modellregionen, in denen Angebote ausgebaut und miteinander verzahnt werden sollen. Ziel ist es, betroffene Kinder und Familien zu beraten und ihnen passende Hilfen zu vermitteln.
Sachsens Justizministerin Constanze Geiert und Sozialministerin Petra Köpping besichtigten bei dem Auftakt in der Justizvollzugsanstalt Dresden auch bestehende familienorientierte Angebote.
Dazu zählen besondere Besuchsmöglichkeiten und eine Wohngruppe, in der inhaftierte Väter sich mit den Folgen ihrer Haft für die Familie auseinandersetzen. Beide Ministerinnen betonten, der Kontakt zwischen Kindern und inhaftierten Eltern sei wichtig, unter anderem für die Resozialisierung.
Köpping sagte, Kinder von Inhaftierten blieben oft unsichtbar; das Projekt solle ihnen und ihrem Umfeld Halt geben.
Nach Angaben des Justizministeriums sind in Sachsen jährlich rund 4.500 Kinder von der Haft eines Elternteils betroffen. Das neue Projekt ist Teil der Bundesinitiative Netzwerk Kinder von Inhaftierten, an der sich Sachsen als eines von acht Ländern beteiligt.
Foto: via dts Nachrichtenagentur

