CDU Großbeeren: Adrian Hepp droht Friedrich Merz mit Parteiaustritten und fordert klare Führung

Adrian Hepp, Mitautor des Brandbriefes der CDU Großbeeren an Friedrich Merz, droht dem Bundeskanzler und CDU-Chef mit Parteiaustritten, sollte sich die derzeitige CDU-Politik nicht ändern. In dem Schreiben fordern 33 brandenburgische CDU-Mitglieder mehr Führung, Selbstkritik und klare Antworten von Friedrich Merz, wie der Nachrichtensender Welt berichtet.

„Wir haben uns über viele Themen schon geärgert, über viele Sachen, die gelaufen sind von der Bundes-CDU“, sagte Hepp dem Sender. Nun denke man tatsächlich ernsthaft über Parteiaustritte nach. An der Basis könne man die Bundespolitik kaum noch als CDU-Politik verkaufen. Die Menschen kämen auf sie zu und sagten, sie wählten im Bund nicht mehr CDU, sondern nur noch sie vor Ort, weil auf sie Verlass sei. Sie hätten die alten CDU-Werte und seien konservativ. Das sei das Problem, dass sie sagen müssten, sie könnten es irgendwann nicht mehr vertreten, unter CDU-Fahne zu laufen. Das sei genau das, was die 33 Mitglieder mit ihrer Unterschrift zum Ausdruck gebracht hätten. Sie seien mehr Mitglieder im CDU-Verband, aber das seien 33 Mitglieder, die sagten, sie könnten sich vorstellen, zu sagen, es sei Schluss, sie könnten es nicht mehr mittragen, und sie würden ihre jahrelange Mitgliedschaft beenden.

Grundsätzlich seien die Briefschreiber Merz-Anhänger gewesen, sagte Hepp. Umso schmerzhafter sei nun der Verlust von CDU-Inhalten. „Wir vermissen unsere CDU-Politik. Wir vermissen den Mut, die CDU-Politik auch umzusetzen, sich auch in der Fraktion durchzusetzen als stärkste Kraft, als Kanzler.“ Sie vermissten, dass die CDU wieder inhaltlich ihre Themen voranbringe. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sei der ganze Wahlkampf dafür benutzt worden, um gegen die AfD zu schießen. Es werde „AfD-Bashing“ betrieben, rund um die Uhr. Die Kollegen in Sachsen-Anhalt hätten sich völlig daran verloren und gar nicht mehr die „eigentlichen Themen“ im Auge gehabt. Sie hätten gar nicht mehr die CDU-Themen bespielt. Und das sei genau das, wo er jetzt auch Führung erwarte, wo der Kanzler auf den Tisch hauen müsse. Bei den nächsten Wahlen müsse klar sein, der Wahlkampf müsse darauf ausgerichtet sein, dass sie die CDU-Themen nach vorne brächten und sich nicht im „AfD-Bashing“ verlören.

Für den Brandbrief habe Hepp auch viel Zuspruch von AfD-Wählern bekommen. Das zeige, dass man die auch zurückgewinnen könne. „Ich habe in den letzten 24 Stunden wirklich viele E-Mails bekommen, viele Messenger-Nachrichten von ehemaligen CDU-Wählern, von CDU-Mitgliedern aus dem ganzen Bundesgebiet, auch von AfD-Wählern, die ganz klar bei der Einleitung reinschreiben, dass sie eigentlich AfD-Wähler sind, aber uns zu diesem Schritt und zu diesem Brief beglückwünschen.“ Da müsse man schon ehrlich sagen, die Abwanderung sei da, definitiv. Das bekämen sie immer wieder mitgeteilt. Sie hätten das große Glück, dass sie, und das müsse er mit Stolz sagen, mit „guter Politik“ in Großbeeren es geschafft hätten, dass sie hier „keine AfD“ hätten. Der Kreisvorsitzende der AfD habe es auch mal „ganz klar gesagt“, es sei ja „noch nicht mal ein AfD-Verband gegründet“ worden, weil die dort „chancenlos“ seien. Aber das sei nur bei ihnen. Und er würde sich wünschen, dass es auch in ganz Brandenburg so wäre, dass man sage, man könne die Leute wieder zurückholen von der AfD zur CDU.

Zum Zeitpunkt des Interviews hatte Hepp keine Antwort vom Kanzler oder aus dem Konrad-Adenauer-Haus erhalten.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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