Der neue OECD-Botschafter Felix Klein kritisiert, dass Studien und Analysen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von der deutschen Politik zu wenig genutzt würden.
„In der Zentrale in Paris sehe ich, welch großer Schatz dort für die deutsche Politik bereitsteht“, sagte er der „Rheinischen Post“. Die 38 OECD-Mitgliedstaaten brächten ihre Erfahrungen ein und suchten gemeinsam nach Lösungen. Dieses gesammelte Wissen werde in Deutschland viel zu wenig genutzt. Dabei sei Deutschland derzeit sogar der größte Beitragszahler der OECD. Das sei gut investiertes Geld, aber man sollte die Analysen gerade in aktuelle Reformen einfließen lassen.
Klein fügte mit Blick auf den jüngsten Pisa-Schock hinzu, manchmal sei dieser Blick von außen schmerzhaft, aber es lohne sich, zuzuhören, die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Politik danach auszurichten. Er betonte, nach der Veröffentlichung der ersten Pisa-Ergebnisse im Dezember 2001 sei ihnen das gelungen. Auch damals sei ein regelrechter Schock durch das Land gegangen. Die jüngste Studie zeige, dass in Deutschland der Bildungserfolg immer noch viel zu stark von der sozialen Herkunft abhänge. Da seien andere Länder wirklich besser, weil sie die sprachliche Entwicklung von Kindern schon sehr früh systematisch förderten. Deutschland sollte daraus die richtigen Lehren ziehen.
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