SPD-Fraktionschef Miersch hält an Attest-Pflicht ab erstem Krankheitstag fest, will aber Kritik im Parlament berücksichtigen

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch bekennt sich zur geplanten Einführung einer Attest-Pflicht ab dem ersten Krankheitstag, stellt zugleich aber Korrekturen im parlamentarischen Verfahren in Aussicht. „Erstmal gibt es eine Geschäftsgrundlage und die gilt natürlich für mich“, sagte Miersch im TV-Format „Hard Talk mit Gordon Repinski“ des Nachrichtensenders der „Welt“.

Damit bekräftigte er die Einigung mit CDU und CSU vom 1. Juli. „Erstmal gibt es diese Vereinbarung“, so der SPD-Fraktionschef. „Aber ich glaube, Politik ist immer gut beraten, wenn man genau hinhört und wenn man merkt, da sind wirklich ganz, ganz viele Stimmen, die sagen, macht es bitte nicht so“, so Miersch weiter.

Er selbst halte die bisherige Einigung in der Koalition für falsch. „Aber ich stehe in einer Koalition. Und diese Koalition funktioniert nur, wenn man sich auch verständigt“, so der SPD-Politiker. Gleichzeitig hält er die Tür offen für Anpassungen im weiteren Prozess: „Ich stehe auch für ein sehr intensives parlamentarisches Verfahren. Und da werden diese ganzen kritischen Stimmen sicherlich berücksichtigt werden“, sagte Miersch.

Besonders die Kritik der Mediziner an den Plänen müssten einfließen. Gerade die Worte der Ärzte finde er schon sehr ernst zu nehmen, so der SPD-Fraktionschef.

Er verwies erneut darauf, dass die Union ursprünglich noch weitreichendere Maßnahmen gefordert habe. „Es war auch im Gespräch, zum Beispiel an die Karenztage zu gehen, was für uns überhaupt nicht vorstellbar gewesen ist“, sagte Miersch.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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