Creditreform warnt vor Zahlungsproblemen durch steigende Gaspreise – Verbraucherschützer fordern gezielte Entlastungen

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform warnt vor den Folgen höherer Preise für Gaskunden.

„Teure Heizkosten werden vor allem diejenigen treffen, die einen Großteil ihres Einkommens für die Lebenshaltungskosten wie Miete, Lebensmittel und eben Energie ausgeben müssen“, sagte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, dem „Handelsblatt“. „Für sie kann eine zusätzliche Nachzahlung zum Auslöser von Zahlungsproblemen werden.“

Hantzsch sieht zugleich Risiken für die Konjunktur. Die niedrigen Füllstände der deutschen Gasspeicher seien ein „Warnsignal“, auch für Handel und Dienstleister. Der höhere Heizpreis schwäche die Konsumbereitschaft der Verbraucher „und schafft weitere Probleme für unsere Binnenwirtschaft“, sagte er.

Auch die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Ramona Pop, rechnet mit steigenden Belastungen. „Wer mit Gas heizt, muss im kommenden Winter mit höheren Kosten rechnen“, sagte Pop dem „Handelsblatt“. Die seit Ausbruch des Kriegs im Iran „spürbar“ gestiegenen Weltmarktpreise erhöhten den Druck auf die Energieversorger. „Erfahrungsgemäß kommt das früher oder später auch bei den Haushalten an.“

Pop fordert die Bundesregierung auf, Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen „gezielt bei den Energiekosten“ zu entlasten. „Gleichzeitig muss Deutschland seine Abhängigkeit von fossilen Energien weiter verringern, um weniger anfällig für internationale Preisschocks zu werden“, sagte sie.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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