Rüstungskonzern KNDS: Verwaltungsratschef Thomas Enders fordert zügigen Börsengang trotz geplantem Staatseinstieg

Thomas Enders, Chef des Verwaltungsrates des Rüstungskonzerns KNDS, fordert trotz des geplanten Staateinstiegs den Börsengang des Panzerherstellers. „Der Börsengang sollte zügig weiterverfolgt werden, sobald am Markt dafür die Voraussetzungen gegeben sind“, schreibt Enders in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“. „Danach sollten die staatlichen Beteiligungen schrittweise und parallel reduziert werden. Denn nationale Sicherheitsinteressen lassen sich schützen, ohne dass Staaten Unternehmen dauerhaft beherrschen müssen“.

KNDS, neben Rheinmetall der zweite große Hersteller von Heerestechnik in Europa, hat seinen für dieses Jahr angekündigten Börsengang nach Informationen des „Handelsblatts“ auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen prüft nun der deutsche Staat die Übernahme der Anteile der Wegmann-Gruppe, die neben dem französischen Staat noch 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen hält. Für den ehemaligen Airbus-Chef Enders ist der geplante Staatseinstieg nur ein Zwischenschritt. „Eine Übergangslösung darf nicht mit einem langfristig tragfähigen Unternehmensmodell verwechselt werden“, schreibt Enders.

Enders verweist auf die weitgehende Privatisierung des Flugzeugherstellers Airbus. „Die staatlichen Beteiligungen wurden begrenzt, die bisherigen Einflussrechte Frankreichs weitgehend abgeschafft und ein unabhängiger Verwaltungsrat geschaffen“, schreibt Enders. „Wenn KNDS eines Tages als `zweites Airbus` bezeichnet würde, wäre das kein Vorwurf. Es wäre ein Kompliment und Beleg für Erfolg.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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