Am Mittwoch hat der Dax deutlich zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.645 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start baute der Dax kontinuierlich seine Zugewinne aus.
„Die Anleger in Frankfurt schöpfen neue Hoffnung, dass die laufende Berichtssaison den zuletzt unter Druck geratenen Technologie- und Halbleiteraktien wieder Auftrieb verleihen könnte“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Nach den wachsenden Zweifeln an der Finanzierung der milliardenschweren KI-Investitionen rücken nun die tatsächlichen Geschäftszahlen und Ausblicke der Unternehmen in den Mittelpunkt.“
Entscheidend werde sein, ob die großen Technologiekonzerne ihre hohen Infrastrukturinvestitionen weiterhin mit überzeugenden Wachstums- und Ertragsaussichten rechtfertigen können. „Die Anleger wollen inzwischen nicht mehr nur wissen, wie viel Geld in künstliche Intelligenz investiert wird, sondern vor allem, wann und wie sich diese Investitionen auszahlen“, erläuterte der Marktexperte. „Die Berichtssaison könnte damit zum positiven Wendepunkt für den zuletzt angeschlagenen Technologiesektor werden.“
Zusätzliche Zuversicht weckten die Gespräche zwischen den USA und Russland sowie das für November geplante Treffen zwischen den USA, Russland und China. „Die Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Ukrainekrieg sorgt zumindest für etwas Entspannung“, so Lipkow. „Auch eine Beruhigung der Lage im Nahen Osten wäre für die europäischen Finanzmärkte von großer Bedeutung, insbesondere wenn dadurch die hohen Energiepreise wieder nachgeben würden.“
Mit den nach US-Börsenschluss erwarteten Unternehmenszahlen, darunter die Ergebnisse von SAP, stehe der nächste wichtige Stimmungstest bevor, erklärte der Analyst. „Jetzt müssen die Unternehmen liefern, was die Anleger nach den jüngsten Kursturbulenzen am dringendsten brauchen: überzeugende Zahlen und verlässliche Perspektiven.“
An der Spitze der Kursliste in Frankfurt standen bis kurz vor Handelsschluss die Papiere von Bayer, SAP und Airbus. Am Tabellenende fanden sich die Aktien von Merck, Fresenius Medical Care und Rheinmetall wieder.
Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im November kostete 87 Euro und damit drei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 14 bis 16 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ölpreis stieg ebenfalls: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 109,20 US-Dollar, das waren 37 Cent oder 0,3 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1226 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8908 Euro zu haben.
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