Piloten werfen Ryanair gezielte Gewerkschaftsbekämpfung vor

Die Pilotengewerkschaft Cockpit wirft der Billigfluggesellschaft Ryanair eine gezielte Gewerkschaftsbekämpfung vor. Wenn am Samstag die Berliner Basis geschlossen wird, müssten die dort stationierten Piloten ins Ausland wechseln, möglicherweise ihre Familien zurücklassen oder sich beruflich völlig neu orientieren, so die Gewerkschaft in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung.

Die Schließung werfe die Frage auf, ob tatsächlich allein wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend waren – oder ob Ryanair damit auch die Arbeitnehmervertretung schwächen will. „Denn ausgerechnet in Berlin war der einzige deutsche Betriebsrat im Ryanair-Flugbetrieb angesiedelt“, so Cockpit. Besonders brisant laut Pilotengewerkschaft: Die Schließung soll im April angekündigt worden sein – und damit nur zwei Wochen, nachdem der Betriebsrat vor dem Bundesarbeitsgericht einen Erfolg erzielt hatte. Gleichzeitig würden Gewerkschaftsvertreter während der seit April laufenden Tarifverhandlungen persönlich unter Druck gesetzt, behauptet Cockpit weiter. Innerhalb kurzer Zeit hätten angeblich drei der ursprünglich sechs Mitglieder der Tarifkommission eine Kündigung erhalten.

Für die Vereinigung verdichten sich damit die Anzeichen, dass Ryanair gezielt versuche, Gewerkschaften und betriebliche Mitbestimmung zu schwächen. „Wenn eine Airline ausgerechnet den Standort mit ihrem einzigen deutschen Betriebsrat schließt und gleichzeitig Mitglieder der Tarifkommission mit Kündigungen unter Druck setzt, werden gezielt gewerkschaftliche Strukturen geschwächt und Beschäftigte eingeschüchtert“, sagte Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit. Besonders alarmierend sind aus Sicht der VC die Kündigungen von Mitgliedern der Tarifkommission während der laufenden Tarifverhandlungen. Zwei der betroffenen Piloten seien inzwischen aus dem Unternehmen ausgeschieden, in einem weiteren Fall laufe noch ein Kündigungsrechtsstreit.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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