Sachsen-Anhalt steht nach Einschätzung der IG Metall vor einer ernsthaften demografischen Herausforderung, die die wirtschaftliche und soziale Zukunft des Landes bedroht. Die Gewerkschaft teilte am Mittwoch mit, dass der demografische Wandel bereits spürbare Auswirkungen auf die Infrastruktur und die Verfügbarkeit von Fachkräften hat.
In vielen Regionen drohten wirtschaftliche und soziale Strukturen zu erodieren, wenn nicht entschlossen gegengesteuert werde. Der Bezirksleiter der IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, betonte, dass ohne Zuwanderung das Land personell ausbluten wird.
Die Prognosen sind alarmierend: Zwischen 2023 und 2040 werden in Sachsen-Anhalt voraussichtlich rund 225.000 Kinder geboren, während mehr als 608.000 Menschen versterben.
Die Einwohnerzahl könnte bis 2030 unter zwei Millionen fallen. Gröger erklärte, dass ohne internationale Fach- und Arbeitskräfte viele Unternehmen im Land nicht mehr arbeitsfähig wären.
Er forderte einen klaren Kurswechsel in der Arbeitsmarkt- und Zuwanderungspolitik, um die wirtschaftliche Zukunft des Landes zu sichern.
Die IG Metall identifizierte fünf zentrale Handlungsfelder, darunter die Gestaltung der Zuwanderung, die Sicherung der Infrastruktur in ländlichen Räumen und die Förderung beruflicher Qualifizierung.

