Koalition will strengere Regeln für Online-Krankschreibungen gegen Geld

In der Debatte um Online-Krankschreibungen gegen Geld haben Gesundheitspolitiker der Koalition die Forderung der Hausärzte nach strengeren Regeln unterstützt.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt (CDU), sagte der „Rheinischen Post“ (Donnerstag): „Krankschreibungen per Telefon oder Videosprechstunde sollten nur dann möglich sein, wenn der Patient der Ärztin oder dem Arzt bekannt ist, also für Bestandspatienten. So können wir Missbrauch begrenzen, der insbesondere durch anonyme Online-Plattformen deutlich zugenommen hat, ohne die notwendige Versorgung abzuschneiden.“

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, kritisierte private Plattformen, „bei denen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ohne ausreichende ärztliche Prüfung oder ohne eine belastbare Arzt-Patienten-Beziehung ausgestellt werden. Solche Modelle untergraben das Vertrauen in die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und sind mit den Anforderungen an eine gute medizinische Versorgung nicht vereinbar“, sagte Pantazis. Solche schwarzen Schafe müssten „konsequent sanktioniert werden“, so der Politiker. Zugleich ergänzte er: „Krankschreibungen im Rahmen ärztlich verantworteter telefonischer Beratungen oder qualifizierter Videosprechstunden bleiben davon ausdrücklich unberührt.“

Zuvor hatte der Hausärztinnen- und Hausärzteverband schärfere Regeln für Online-Krankschreibungen gefordert. „Die Bundesregierung muss kommerziellen Online-Anbietern von Krankschreibungen endlich einen Riegel vorschieben“, sagte der Verbandsvorsitzende Markus Beier der „Rheinischen Post“. Auch der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) unterstützt den Vorstoß.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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