Linke fordert staatliche Bürger-Schufa und Aktionsplan gegen Privatinsolvenzen

Angesichts der gestiegenen Zahl von Privatinsolvenzen im vergangenen Jahr fordert die Linke die Einführung einer neuen Bürger-Schufa, die verschuldeten Menschen helfen soll.

Linken-Chef Jan van Aken sagte der „Rheinischen Post“ (Mittwoch): „Diese neue Bürger-Schufa muss wie eine Schuldnerberatung funktionieren und Menschen dabei unterstützen, den Weg aus der Schuldenfalle zu finden. Dabei müssen die Interessen der Menschen im Vordergrund stehen und nicht die der Konzerne“, forderte der Parteichef.

Zugleich übte van Aken Kritik am Status Quo: „Viele Firmen locken die Menschen absichtlich in die Schuldenfalle, weil sie dank Schufa und Inkassofirmen an das Geld der Schuldner kommen.“

Bislang handelt es sich bei der Schufa um eine Wirtschaftsauskunftei in privater Hand. Zudem forderte van Aken die Bundesregierung dazu auf, einen Aktionsplan gegen Überschuldung aufzulegen. „Dazu gehören bessere Stundungsmöglichkeiten bei Miet- und Stromschulden, um Wohnungsverlust und Stromsperren zu verhindern“, sagte der Parteichef. In seinen Augen trage die Koalition an den hohen Insolvenz-Zahlen „eine Mitverantwortung, weil sie viel zu wenig gegen explodierende Mieten und Preise tut“.

Nach Angaben des Informationsdienstleisters Crif wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 107.816 Privatinsolvenzen registriert. Das waren knapp acht Prozent mehr als 2024.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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