Italienischer Bahnkonzern Italo drängt auf feste Kapazitäten im deutschen Hochgeschwindigkeitsnetz

Der italienische Bahnkonzern Italo drängt den Bund, die Vergabe von Hochgeschwindigkeitsstrecken neu zu regeln. Am Freitag findet bei der Bundesnetzagentur eine Anhörung zum Thema statt. Italo wird dort auftreten, auch Deutsche Bahn und Flixtrain wollen ihre Positionen darlegen. In einem vierseitigen Schreiben, über das der „Spiegel“ berichtet, fordern die Italiener „die Gewährleistung eines festgelegten Mindestanteils an Kapazitäten, die speziell für neue Marktteilnehmer reserviert sind“.

Italo wolle nicht mit „Restkapazitäten“ abgespeist werden, sondern ein „stabiles Leistungsangebot in regelmäßigen Intervallen“ zugesprochen bekommen, heißt es in dem Schriftstück weiter. Außerdem stünden dem neuen Marktteilnehmer „Serviceeinrichtungen und gewerbliche Flächen in Bahnhöfen“ zu, also etwa Ticketcenter und Lounges. „Wir verlangen keine Sonderbehandlung“, beteuern die Italiener. Es gehe lediglich darum, „ein Mindestmaß an Investitionssicherheit zu gewährleisten“.

Italo hatte kürzlich angekündigt, im großen Stil in den deutschen Markt einsteigen zu wollen. Das Unternehmen fordert dazu langfristige Rahmenverträge, die in Deutschland aber derzeit nicht vergeben werden. Unternehmenschef Luca Cordero di Montezemolo will schon bis Ende Mai Gewissheit, wie die Netzkapazitäten langfristig verteilt werden. Ihr forsches Auftreten begründen die Italiener mit Produktionszwängen bei Siemens, wo Italo einen Großauftrag für Züge platzieren will. Um das entsprechende Zeitfenster bei Siemens einzuhalten, „müssen wir den endgültigen Vertrag bis Juni unterzeichnen“, teilte der Konzern dem „Spiegel“ mit.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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