Lang und Lauterbach drängen auf neuen Ansatz bei Organspende

Die Grünen-Abgeordnete Ricarda Lang fordert eine Widerspruchslösung bei der Organspende. Es freue sie, wie viele Menschen in Deutschland die Organspende unterstützten, sagte sie der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe). Allerdings sei die Zahl der tatsächlichen Eintragungen ins Spenderegister weiterhin sehr gering.

Das sei nachvollziehbar: „Wer will sich schon mit dem eigenen Tod befassen?“ Hier setze die Widerspruchslösung an, bei der alle Erwachsenen im Register eingetragen sind, bis sie der Organspende widersprechen. „Niemand darf gezwungen werden, gegen seinen Willen zum Organspender zu werden“, so Lang. Aber man könne von erwachsenen Menschen erwarten, dass sie zumindest einmal im Leben eine informierte und bewusste Entscheidung treffen. „Denn am Ende hängen andere Leben davon ab.“

Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) drängt ebenfalls auf eine Widerspruchslösung bei der Organspende. „Die Zustimmung von fast 90 Prozent der Registrierten zeigt, dass es eine hohe Spendebereitschaft in Deutschland gibt“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. Die werde aber nicht realisiert, die Organe gingen verloren.

Statt der aktuellen Zustimmungslösung, bei der sich Spender aktiv registrieren müssen, schlägt der SPD-Politiker eine Widerspruchslösung vor. „Wer nicht spenden möchte, kann sich sicher und eindeutig ins Register eintragen lassen und wird so nicht versehentlich zum Spender“, so Lauterbach. „Das Argument der Gegner, dass eine Widerspruchslösung abschreckend wirkt, haben wir auch in keinem anderen Land gesehen.“ Schlimmer als jetzt könne es nicht werden.

Der aktuelle Jahresbericht des Organspenderegisters zeigt, dass bis Februar 2026 rund 570.000 Erklärungen eingetragen wurden. Rund 90 Prozent stimmen zumindest einer teilweisen Organ- oder Gewebespende zu.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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