Claudia Michelsen und UFA-Produzent kritisieren geplante dreijährige Krimi-Pause beim MDR scharf

Die Schauspielerin Claudia Michelsen hat den Plan des Mitteldeutschen Rundfunks, drei Jahre lang keinen „Tatort“ aus Dresden und keinen „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg zu produzieren, deutlich kritisiert. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Mittwochsausgabe.

Michelsen sprach von einer „fatalen Entscheidung“ des MDR. Diese führe dazu, dass sie, die eigentlich schon lange nicht mehr über „den Osten oder den Westen“ reden möchte, fragen müsse, was hier mit dem Osten passiere. Michelsen spielt seit 2013 die Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch im Magdeburger „Polizeiruf 110“.

Der Fernsehproduzent und Geschäftsführer der UFA, Sascha Schwingel, befürchtet, dass mit den Sonntagskrimis des MDR eine wichtige Identifikationsfläche für das Publikum verloren gehe. „Der `Polizeiruf` aus Magdeburg ist einer der wenigen verbliebenen fiktionalen Orte, in denen ostdeutsche Wirklichkeit, ostdeutsche Gesellschaft, ostdeutsche Charaktere erzählt werden“, sagte Schwingel.

Die Leipziger Produktionsfirma Ufa Mitte hatte erst vor Kurzem die Verantwortung für den „Polizeiruf Magdeburg“ übernommen. Im November soll der erste Film in der neuen Konstellation gedreht werden, er könnte aber der vorerst letzte bleiben.

Schwingel erklärte, dass man in konstruktiven Gesprächen mit dem MDR sei und es noch in dieser Woche ein Treffen mit dem Intendanten Ralf Ludwig und dem Programmdirektor Boris Lochthofen geben solle. „Und ich bin ein hoffnungsloser Optimist.“ Für den MDR ist die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags wesentlicher Grund für die angekündigten Einschnitte bei den Sonntagskrimis.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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