CDU-Landrat sieht Wahlsieg als Signal für Landtagswahl

Der neu gewählte CDU-Landrat im Saalekreis, Sven Czekalla, sieht seinen Erfolg in der Stichwahl als Signal für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. „Man kann schon sagen, dass das eine kleine Landtagswahl war – auf jeden Fall ein Stimmungsbild. Es ist ein Zeichen: Wir können hier gewinnen“, sagte Czekalla der „Welt“.

Den Rückstand auf den AfD-Kandidaten im ersten Wahlgang erklärte Czekalla mit Unzufriedenheit über die Bundespolitik.

„Die Hauptwahl war auch ein Votum gegen den Bund“, sagte er.

Viele Menschen seien mit der Bundespolitik in der jetzigen Form unzufrieden, und das habe sich im Ergebnis des ersten Wahlgangs widergespiegelt. Dass sich die Stimmung in der Stichwahl zu seinen Gunsten gedreht habe, führte Czekalla auf seine Person und breite Unterstützung zurück.

Er denke, dass die Menschen noch einmal in sich gegangen seien und überlegt hätten, wer wirklich die richtige Person für den Saalekreis sei. Am Ende habe er über die meisten Parteigrenzen hinweg Unterstützung erfahren.

Die Deutung als reine AfD-Verhinderungswahl nannte Czekalla „überzogen“.

Es habe sicher bei einem Teil der Wähler eine Rolle gespielt, die AfD vom Landratsamt fernzuhalten. „Aber ich bin davon überzeugt, dass bei sehr vielen auch meine Person entscheidend war.“

Czekalla wandte sich gegen den Begriff einer „Volksfront“ gegen die AfD. „Ich würde das nicht Volksfront nennen, die gibt es doch so gar nicht“, sagte er der „Welt“. Die Wähler stimmten nicht einfach gegen etwas ab, sondern für etwas, in diesem Fall für ihn, für die CDU.

Zur Stärke der AfD sagte Czekalla: „Die AfD beschreibt Probleme, vermeintliche Probleme, hat aber keine Lösungen.“

Die CDU müsse dem entgegentreten. „Wir müssen erzählen, was gut gelaufen ist, und was an Entwicklung in Sachsen-Anhalt vorhanden ist.“

Die AfD habe eine Kernwählerschaft, „aber die liegt nicht bei 43 Prozent, sondern deutlich darunter“. Entscheidend seien Wechselwähler.

Czekalla zeigte sich überzeugt, dass die AfD-Werte bei der Landtagswahl durch eine höhere Beteiligung relativiert würden. „Ich bin sicher, dass bei der Landtagswahl am 6. September die Wahlbeteiligung deutlich höher sein wird, als hier im Kreis, dass sie bei 60 oder 65 Prozent liegen wird. Und ich gehe davon aus, dass sich das AfD-Ergebnis damit prozentual relativieren wird.“

Mit Blick auf mögliche Mehrheiten nach der Wahl sagte Czekalla, er gehe davon aus, „dass die SPD wieder in den Landtag einzieht“.

Auch die FDP könne „mit dem Kubicki-Effekt“ über fünf Prozent kommen.

Spekulationen über andere Konstellationen wies er zurück. „Jetzt über mögliche Konstellationen zu spekulieren, bringt nichts, wir müssen erst mal diese Landtagswahl gewinnen.“

Auf die Frage nach dem Kooperationsverbot mit AfD und Linken sagte Czekalla der „Welt“: „Unsere Parteibeschlüsse gelten.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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