Frankreichs Regierungskrise: Lecornu führt letzte Verhandlungen für Macron trotz Rücktritt

Frankreichs Premier Sébastien Lecornu, der eigentlich schon seinen Rücktritt erklärt hat, soll nun doch nochmal verhandeln.

Staatspräsident Emmanuel Macron hat dem scheidenden Premierminister die Aufgabe übertragen, „bis Mittwochabend abschließende Verhandlungen zu führen, um eine Plattform für Maßnahmen und Stabilität im Land zu schaffen“, wie der Élysée-Palast am Montag mitteilte.

Lecornu selbst teilte am Mittwochabend mit, er habe „die Bitte des Präsidenten der Republik angenommen, abschließende Gespräche mit den politischen Kräften zur Stabilität des Landes zu führen“. Ob dies möglich sei oder nicht, werde er dem Staatsoberhaupt am Mittwochabend mitteilen, „damit er alle notwendigen Schlussfolgerungen ziehen kann“.

Aus dem Umfeld des Präsidenten hieß es, im Falle eines Scheiterns werde der Präsident „die Verantwortung übernehmen“, wie verschiedene französische Medien berichten.

Macron hat verfassungsgemäß eine starke Stellung. Er kann beliebig einen neuen Premierminister ernennen, theoretisch auch wieder Lecornu, oder das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Ein neuer Premierminister kann allerdings durch ein Misstrauensvotum im Parlament auch wieder abgesetzt werden.

Hintergrund der sich seit Monaten hochschaukelnden Regierungskrise ist insbesondere die desolate Finanz- und Verschuldungssituation – und die Frage, wie man sie am besten löst. Für das kommende Jahr stehen massive Einschnitte bei öffentlichen Ausgaben an, die in der Bevölkerung äußerst unpopulär sind.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Bundesinnenminister Dobrindt stuft Bedrohungslage hoch: Anschlagspläne gegen Deutschland erkennbar

    Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) warnt vor einer verschärften Sicherheitslage in Deutschland. „Die vermehrte Melde- und Aufklärungslage hat mich dazu veranlasst, die bislang formulierte abstrakte Bedrohungslage zu einer hohen Bedrohungslage hochzustufen“,…

    Zwang bei Abschiebungen verdreifacht: Bundespolizei nutzt Fesseln und Hilfsmittel immer häufiger

    Die Bundespolizei setzt bei Abschiebungen zunehmend Zwangsmittel ein. Die Nutzung von Fußfesseln, Handfesseln, Festhaltegurten, Klettbändern, Kopf- und Beißschutz sowie Spuckhauben hat sich binnen fünf Jahren nahezu verdreifacht.Das berichtet die „Bild“…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert