Die Arbeitsqualität in Sachsen stagniert, während zugewanderte Beschäftigte zunehmend den Personalmangel abfedern. Das geht aus dem aktuellen DGB-Index ‚Gute Arbeit‘ hervor, wie das sächsische Wirtschafts- und Arbeitsministerium am Sonntag mitteilte.
Erstmals wurde dabei die Zusammenarbeit mit Kollegen, die erst seit wenigen Jahren in Deutschland leben, erfasst. 37 Prozent der Beschäftigten arbeiten regelmäßig mit ihnen, und 93 Prozent sehen in der Zuwanderung eine wichtige Unterstützung gegen den Fachkräftemangel.
Besonders auffällig ist die hohe Verbreitung von Schichtarbeit, die in Sachsen etwa doppelt so häufig vorkommt wie im Bundesdurchschnitt und als Hauptbelastungsfaktor gilt.
Zudem arbeitet im Freistaat ein geringerer Anteil in Teilzeit als bundesweit, wobei hier vor allem jüngere Frauen betroffen sind. Als Hauptgrund für die reduzierte Arbeitszeit wird nicht die Kinderbetreuung, sondern eine zu hohe Arbeitsbelastung genannt.
Jeder zehnte Teilzeitbeschäftigte würde jedoch gerne länger arbeiten, findet aber keine passende Stelle.
Fast die Hälfte der sächsischen Beschäftigten (46 Prozent) hält es für unwahrscheinlich, ihre aktuelle Tätigkeit unter den bestehenden Bedingungen bis zur Rente ausüben zu können. Im Gesundheits- und Sozialwesen sind es sogar 62 Prozent.
Während sich Frauen und Männer in der Bewertung ihrer Arbeitsbedingungen annähern, liegt das vor allem daran, dass Männer ihre Situation schlechter einschätzen – insbesondere was die Zukunfts- und Beschäftigungssicherheit betrifft. Die Befragung basiert auf Telefoninterviews mit über 1.000 Beschäftigten in Sachsen.
Foto: via dts Nachrichtenagentur

