GdP warnt vor Schreckschusswaffen an Silvester – Gefahr von Verwechslungen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt vor dem Abfeuern von Schreckschusswaffen in der Silvesternacht. „Viele dieser Waffen sind von scharfen Waffen kaum zu unterscheiden“, sagte Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der GdP, dem Magazin Focus. „Dadurch besteht die Gefahr einer Fehleinschätzung durch Bevölkerung und Polizei.“ Die Gefahr: Polizisten könnten Schreckschusswaffen für echte Waffen halten und die Schützen verhaften – „im schlimmsten Fall auch unter Einsatz der Dienstwaffe“, so Kopelke.

Schreckschusswaffen sind ab 18 Jahren frei verkäuflich, dürfen aber nicht in der Öffentlichkeit abgefeuert werden. Zu Silvester kommt es jedoch jedes Jahr zu zahlreichen Verstößen. Daher fordert Kopelke, einen „Kleinen Waffenschein“ als Voraussetzung für den Erwerb einzuführen. Dieser ist bislang nur notwendig, um die Waffen zu führen. Andernfalls, so Kopelke, sei die Polizei „Böllern, Raketen, Kugelbomben und Schreckschusswaffen in der Nacht im Einsatz ausgeliefert.“

Unterstützung bekommt Kopelke aus der Politik. Millionen Schreckschusswaffen im Umlauf zu belassen, sei „sicherheitspolitisch nicht tragbar“, sagte Marcel Emmerich, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag. „Dass hier nichts geschieht, liegt an der Untätigkeit des Bundesinnenministers, das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz nachzuschärfen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Bundesjustizministerin Hubig kündigt Gesetzentwurf für „Nur Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht an – auch für Erwachsene

    Zehn Jahre nach Einführung des Grundsatzes „Nein heißt Nein“ will Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) das Sexualstrafrecht abermals verschärfen. Sie sei der Überzeugung, dass nun ein weiterer Schritt zu einer Regelung…

    Zugunglück bei Toledo: Spaniens Verkehrsminister Puente tritt zurück

    Nach dem schweren Zugunglück in der Nähe von Toledo mit zahlreichen Toten hat der spanische Verkehrsminister Oscar Puente seinen Rücktritt angekündigt. Auch bei der vorgezogenen Parlamentswahl Ende November wolle er…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert