CDU-Politiker halten europäische Atomwaffen-Option für denkbar

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp (CDU), hält eine deutsche Beteilung an einer möglichen Entwicklung von europäischen Atomwaffen für denkbar. „Wir haben keine Raketen und keine Sprengköpfe, aber wir haben schon einen hohen Technologievorsprung, den wir in eine gemeinsame europäische Initiative mit einbringen könnten – nicht gegen die Vereinigten Staaten von Amerika, sondern in Absprache mit ihnen“, sagte Röwekamp dem TV-Sender „Welt“ am Donnerstag. „Aber sichergestellt muss sein, dass wir weiter uns auch gegen eine nukleare Bedrohung verteidigen können.“

Man müsse nun abwarten, ob und inwieweit die USA „erwarten oder einverstanden sind, dass wir in Europa zusätzliche Möglichkeiten für die nukleare Abschreckung aufbauen“, so Röwekamp. „Das würde bedeuten, dass wir mit unseren Partnern in Europa an einer gemeinsamen Fähigkeit arbeiten.“

Er schließe aber „definitiv aus, dass in Deutschland Atomwaffen produziert oder unsere Truppe mit Atomwaffen ausgestattet werden“, so Röwekamp. „Wir haben uns da klar committed. Aber sicher muss auch sein, dass wir in Europa auch eine nukleare Bedrohung mit unseren Partnern gemeinsam verteidigen können müssen.“

Roderich Kiesewetter (CDU) sprach sich für eine Lösung mit europäischen Verbündeten aus. Er halte sehr viel davon, den Nuklearschirm der USA nicht in Frage zu stellen, „aber in seinem Schatten darüber nachzudenken, was passieren würde“, wenn die USA „auch dieser russischen Forderung nachgeben, die Nuklearwaffen aus Europa abzuziehen“, sagte Kiesewetter den Sendern RTL und ntv am Donnerstag. „Deshalb ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, dass die Bundesrepublik Deutschland sich beteiligt an einer europäischen Lösung. Aber wer das im Einzelnen tun kann und wie, sollten wir nicht öffentlich diskutieren.“

Zuvor hatte Brigadegeneral Frank Pieper dem „Stern“ gesagt, Deutschland brauche eigene taktische Atomwaffen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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