Reiche will deutsche Gasförderung ausweiten

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will die Förderung von Gas in Deutschland ausweiten. „Wir haben eigene Reserven in Deutschland“, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Entscheidend sei, ob das Gas zu guten Bedingungen förderfähig sei. „Darüber müssen wir sprechen – gerade wenn man nicht so viele Rohstoffe hat, gerade in so herausfordernden geopolitischen Zeiten.“ Hierbei müsse „sehr sensibel zwischen Umweltinteressen und Rohstoffversorgung abgewogen werden“. Beides sei berechtigt.

Reiche verwies darauf, dass die Bundesregierung den Niederlanden ermöglicht habe, ein Gasfeld in der Nordsee zu explorieren. „Das sollte – bei aller berechtigten Sorge um Meeresschutz – auch von deutscher Seite aus möglich sein“, sagte sie. „Wir halten es auf Dauer nicht durch, unpopuläre Maßnahmen an die Nachbarn auszulagern.“

Engpässe bei der Gasversorgung erwartet Reiche nicht – trotz bedenklich leerer Gasspeicher. Es gebe keinen Grund zur Sorge. „Wir haben unsere Gasversorgung in Deutschland auf eine deutlich breitere Basis gestellt: Es gibt die Speicher, wir haben Flüssiggasterminals und langfristige Lieferverträge. Die Gasmärkte sind entspannt“, sagte sie.

Reiche lobte die USA als zuverlässigen Lieferanten von Flüssiggas. „Die USA haben auch in diesem Winter verlässlich geliefert, obwohl sie selbst von einer Kältewelle betroffen waren“, sagte die CDU-Politikerin. Gleichwohl unterstütze sie deutsche Unternehmen, die ihre Gasimporte weiter diversifizierten.

Deutschland verfügt über erhebliche Schiefergasvorkommen. Die Förderung mit der umstrittenen Fracking-Methode ist seit 2017 allerdings verboten. Nach dem Klima-Gutachten des Internationalen Gerichtshofs von 2025 kann die Erteilung von Lizenzen für die Förderung fossiler Brennstoffe eine völkerrechtswidrige Handlung darstellen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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