DAX rutscht ins Minus: Anleger sorgen sich um steigende Ölpreise und schwaches Euro-Wachstum

Der Dax ist am Freitag nach einem positiven Start in den Handelstag bis zum Mittag ins Minus gerutscht. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.750 Punkten berechnet, 0,3 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.

„Die Investoren geraten immer mehr in Sorge mit Blick auf die weiter anziehenden Rohölpreise“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Derzeit notiert die Sorte Brent bei 87 US-Dollar und nähert sich damit Stück für Stück der psychologischen 100-Dollar-Marke.“

„Der Internationale Währungsfonds hat bereits darauf hingewiesen, dass eine jeweilige Steigerung des Rohölpreises um zehn Prozent die globale Inflationsentwicklung um 0,4 Prozent dynamisieren und das Wirtschaftswachstum zwischen 0,1 und 0,2 Prozent beeinträchtigen könnte. Insbesondere die rohstoffarmen Industrieländer in Europa und in Asien wären in erster Linie davon betroffen.“

„Damit springt die Börsenampel zunächst auf Rot. Im Dax lässt sich allerdings noch keine Panik erkennen. Die Investoren setzen weiter darauf, dass es sich nur um eine kurzfristige militärische Auseinandersetzung im Iran handeln wird. Ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist, darf angezweifelt werden. Die Situation bleibt unübersichtlich und es kann jederzeit zu einer Kettenreaktion kommen.“

„Auch die heute vorgelegten Bruttoinlandsproduktzahlen für die Eurozone lieferten keinen Grund für Freudensprünge. So blieb die Wachstumsrate leicht hinter den Erwartungen zurück und zeigt eindrucksvoll, wie fragil der aktuelle Wirtschaftsaufschwung in Europa ist. Kommen jetzt noch die Einflüsse der bereits angesprungenen Energiepreise auf die zukünftige Konjunkturentwicklung hinzu, sollte sich die Stimmung in den Unternehmen und Haushalten rasch wieder eintrüben.“

„Speziell vor dem bevorstehenden Wochenende dürften sich einige Anleger wesentlich defensiver aufstellen bzw. sich an den Seitenlinien postieren“, so Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1580 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8636 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 5.096 US-Dollar gezahlt (+0,2 Prozent). Das entspricht einem Preis von 141,48 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 87,77 US-Dollar, das waren 2,8 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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