Kulturstaatsminister Weimer sagt Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises ab

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises kurzfristig abgesagt.

Grund sei, dass die Debatte um die Nicht-Berücksichtigung von drei Juryvorschlägen den eigentlichen Sinn der Veranstaltung – nämlich die Auszeichnung und Ehrung unabhängiger Buchhandlungen – zunehmend zu überlagern drohe, sagte ein Sprecher von Weimer am Dienstag. Eine „angemessene Würdigung“ der Preisträger scheine in einem solchen Kontext kaum noch möglich.

„Daher sagen wir die diesjährige Veranstaltung zum Buchhandlungspreis am 19. März 2026 ab“, so der Sprecher. Die ausgewählten Buchhandlungen sollen Preisgeld und Urkunde „auf direktem Wege“ erhalten. Die Bekanntgabe der Hauptpreise werde in gesonderter Form erfolgen. Zudem werde man „zu einem späteren Zeitpunkt“ zu einer Diskussion im Rahmen einer öffentlichen Dialogveranstaltung über Kunst- und Meinungsfreiheit und die Bedeutung staatlich finanzierter Kunstpreise einladen, hieß es.

Weimer hatte den Ausschluss der drei Buchhandlungen mit dem Hinweis begründet, dass er vom Bundesamt für Verfassungsschutz die Auskunft erhalten habe, dass es „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“ gebe. Der Inhalt dieser Erkenntnisse war dem Staatsminister aber offenbar nicht bekannt gemacht worden. Die Entscheidung Weimers war in der Kulturszene auf scharfe Kritik gestoßen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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