Regierungskrise in Grönland: Breite Koalition nach einem Jahr zerbrochen, Außenministerin Motzfeldt verliert Amt

Auf Grönland spitzt sich eine Regierungskrise zu. Die bisherige äußerst breit aufgestellte Koalition ist fast auf den Tag genau ein Jahr nach der letzten Parlamentswahl zerbrochen, Außenministerin Vivian Motzfeldt verliert ihren Job.

Jüngster Auslöser war der Streit um die Kandidatur von zwei grönländischen Ministerinnen für das dänische Parlament, wo am 24. März vorgezogen neu gewählt werden soll. Die ebenfalls an der Regierung beteiligten Siumut (Sozialdemokraten) treten für eine strenge Trennung von Amt in Grönland und Mandat in Kopenhagen ein – und verließen nun aus Protest die Koalition.

Mit ihnen scheidet auch die im Streit mit den USA international bekannt gewordenen Außenministerin Vivian Motzfeldt aus. Motzfeldt zeigte sich von der Entscheidung ihrer Partei am Freitag überrascht und enttäuscht.

Grönlands Ministerpräsident Jens Frederik Nielsen von den sozialliberalen Demokraten kritisierte den Austritt seines Koalitionspartners ebenfalls und sagte, das Land stehe weiter „unter einem Druck und einer Aufmerksamkeit der Außenwelt, wie wir sie noch nie erlebt haben“. Genau deshalb sei es so wichtig gewesen, eine möglichst breite Koalition zu bilden. „Denn wenn der Druck von außen zunimmt, brauchen wir Einigkeit im Inland. Aus diesem Grund habe ich mich von Anfang an für eine breite Koalition eingesetzt.“ Die Regierung Grönlands werde ihre Arbeit jedoch fortsetzen.

Denn eine Mehrheit im Parlament hat Nielsen vorerst trotzdem noch. Nach der Wahl im März 2025 hatte er alle anderen Parteien in die Verhandlungen einbezogen, lediglich eine Gruppierung, die auf den schnellen Beginn von Unabhängigkeitsverhandlungen pochte, wurde schließlich nicht an der Regierung beteiligt.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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