Hohe Spritpreise gefährden Pflege auf dem Land: Verbände fordern staatliche Maximalpreise

Mehrere Pflegeverbände haben davor gewarnt, dass die hohen Benzinpreise eine verlässliche Versorgung von Patienten auf dem Land gefährden.

„Die ambulante Pflege ist in besonderem Maße von steigenden Kraftstoffpreisen betroffen, da sie auf eine flächendeckende, mobile Versorgung angewiesen ist“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands für Pflegemanagement, Sarah Lukuc, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). Die Mehrkosten könnten in der Regel nicht kurzfristig refinanziert werden. „Im Ergebnis drohen Einschränkungen im Versorgungsangebot, insbesondere im ländlichen Raum.“

Laut dem Deutschen Pflegeverband ist es für die Branche nur schwer möglich, die gestiegenen Betriebskosten zu stemmen. „Die engen Kalkulationssätze sind nicht dazu geeignet, derartige Kostenexplosionen dauerhaft auszugleichen“, sagte der Verbandsvorsitzende Markus Mai den Zeitungen.

Anders als andere Branchen sind Pflegedienste in ihrer Preisgestaltung nicht frei. Wieviel für einzelne Leistungen berechnet werden kann, regeln die mit den Pflegekassen vereinbarten Gebührenordnungen.

Mai forderte Abhilfe. „Die Bundesregierung muss jetzt schnell reagieren und zunächst Maßnahmen ergreifen, die Spritpreisentwicklung nachhaltig einzudämmen“, sagte er. Er fordert unter anderem staatlich fixierte Maximalpreise, „damit derartige Entwicklungen letztlich nicht dazu führen, dass Dienste aufgrund der wirtschaftlichen Situation vom Netz genommen werden und die regionale Versorgungssicherheit gefährdet ist“. Gerade in Flächenregionen wirke sich die Entwicklung dramatisch aus.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    DAX legt leicht zu: Anleger warten auf Nvidia-Zahlen und US-Inflationsdaten

    Der Dax ist am Montag nach einem verhaltenen Start in den Handelstag bis zum Mittag leicht in den grünen Bereich vorgerückt. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 26.160…

    CDU-Vize Jung: Mehr Klimaschutz ohne Grundgesetzänderung, aber mit Rücksicht auf die Wirtschaft

    Der stellvertretende CDU-Vorsitzende und Unionsklimaexperte Andreas Jung sieht weiteren Handlungsbedarf beim Klimaschutz. Eine Grundgesetzänderung sei für Klimainvestitionen auch auf kommunaler Ebene nicht nötig, allerdings dürfe man die kritische Lage der…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert